Aktualisiert 17.06.2011 10:00

Kämpfe im SudanObama zeigt sich «tief besorgt»

Am 9. Juni will der Süden des Sudans seine Unabhängigkeit erklären. Doch die Konfliktherde im Land brodeln weiter. Jetzt hat der US-Präsident mahnend das Wort ergriffen.

US-Präsident Barack Obama hat angesichts der anhaltenden Gewalt im Sudan die Dringlichkeit von Verhandlungen betont. Er sei «tief besorgt über die Gewalt und den Mangel an humanitärem Zugang», hiess es in einer am Donnerstag vom Weissen Haus veröffentlichten Erklärung.

Der US-Präsident forderte die Rückkehr zur «kooperativen Verhandlungen», um die «volle und termingerechte Implementierung des Comprehensive Peace Agreement zu ermöglichen»; das Friedensabkommen hatte 2005 einen jahrzehntelanger Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden beendet.

Obama war zuvor mit dem US-Sondergesandten für den Sudan, Princeton Lyman, zusammengetroffen. Lyman werde in die Region zurückkehren, um bei der Umsetzung politischer Vereinbarungen in ein «dauerhaftes und zuverlässiges Sicherheitsgefüge» zu helfen, hiess es in der Erklärung weiter.

Der Tag der Unabhängigkeit steht bevor

Der Sudan steht vor seiner Teilung: Der Süden will am 9. Juli offiziell seine Unabhängigkeit erklären. Die Bewohner der Region hatten im Januar in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Loslösung von Khartum gestimmt.

Die Gewalt weckt aber Sorgen vor einem neuen Krieg. Denn wenige Wochen vor der Unabhängigkeit halten die Kämpfe im Süden des Landes weiter unvermindert an. Im Bundesstaat Warrap wurden allein am Montag 29 Menschen bei einem Rebellen-Angriff getötet.

Mindestens 71 Menschen starben in den vergangenen Tagen bei Gefechten zwischen schwerbewaffneten Viehdieben im Bundesstaat Lakes. Ein weiterer Konfliktherd ist die ölreiche Grenzregion Abyei. (sda)

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