«Kollateralschäden» : Obama zeigt Verständnis für Wall-Street-Demos
Aktualisiert

«Kollateralschäden» Obama zeigt Verständnis für Wall-Street-Demos

Die teils heftigen Ausschreitungen in New York beschäftigen auch den US-Päsidenten. Für Barack Obama sind die Demonstrationen «Ausdruck der Frustration der amerikanischen Bürger».

US-Präsident Barack Obama hat Verständnis für Proteste gegen die Finanzbranche auf der New Yorker Wall Street geäussert. Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus sagte Obama am Donnerstag, er verstehe die Bedenken der Öffentlichkeit über die Arbeitsweise der Finanzindustrie.

Es sei ein Ausdruck der Frustration der amerikanischen Bürger über die schwerste Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren, mit «schweren Kollateralschäden auf allen Einkaufsstrassen im Lande», sagte Obama. Die Bürger sähen, wie diejenigen, die zuvor unverantwortlich handelten und das Problem schufen, nun versuchten, sich gegen strengere Regeln zu wehren.

Jedoch sei ein starker Finanzsektor für das Funktionieren der Wirtschaft unerlässlich, fügte Obama hinzu. Ein von ihm angestrebtes Gesetzesvorhaben werde für eine straffere Aufsicht über den Finanzsektor sorgen.

Protestbewegung gewinnt an Zulauf

Am 17. September demonstrieren zunächst einzelne Aktivisten unter dem Motto «Besetzt die Wall Street» in New York. Seither haben sich mehrere hundert Demonstranten in der Nähe des Zuccotti Parks niedergelassen. «Wir sind die 99 Prozent», sangen sie am Mittwoch, in Anspielung darauf, dass sie nicht zum reichsten Prozent der Amerikaner gehörten.

Die Protestbewegung hat in den vergangenen zwei Wochen an Zulauf gewonnen. Am Mittwoch fand auch eine Grossdemonstration in Manhattan statt, an der sich Gewerkschafter beteiligten, die versprachen, die Proteste unterstützen zu wollen. (dapd)

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