Aktualisiert 28.03.2014 12:17

Secret Service

Obamas Leibwächter haben ein Alkoholproblem

Im Skandal rund um den Secret Service in Holland werden immer mehr pikante Details bekannt. Jetzt wurde sogar ein weiterer Fall publik.

von
bat

Der Chef des Secret Service, George Harford, hatte seine Männer in Holland noch gewarnt. «Geht raus, wenn ihr wollt. Aber macht keinen Ärger.» Doch alle Warnungen nützten nichts. Wie bekannt wurde, gingen drei Agenten auf Sauftour.

Die «Washington Post» deckte nun weitere Details auf. Laut Stephan Stokkermans, dem Sprecher des Hotels Huis Ter Duin, in dem die Agenten untergebracht waren, seien die Männer zur Rezeption gewankt. «Es war offensichtlich, dass sie eine ziemlich gute Zeit hatten», sagt Stokkermans.

10 Meter vor Hotelzimmer eingeschlafen

Später habe dann ein Hotelangestellter einen der Männer schlafend im Hotelgang vorgefunden, etwa 10 Meter von seinem Zimmer entfernt. Zusammen mit zwei anderen Angestellten schleiften sie den Bodyguard auf sein Zimmer. Für die Hotelmitarbeiter ist das laut Stokkermans kein ungewöhnlicher Fall. So etwas komme alle zwei bis drei Wochen vor.

Gemäss der «Washington Post» waren die Männer bis Sonntagmorgen, zirka bis halb drei Uhr, unterwegs. Das ist insofern bemerkenswert, weil sie ihre Arbeit bereits um 10 Uhr morgens wieder hätten aufnehmen sollen. Das verstösst klar gegen die interne Regel des Secret Service, wonach Agenten zehn Stunden vor ihrem Einsatz keinen Alkohol trinken dürfen.

Senatoren sind empört

Der Skandal wirft auch im US-Senat hohe Wellen. Erst im Dezember hatte das Departement für innere Sicherheit einen Bericht über den Secret Service verfasst. Er kam zum Schluss, dass die Agenten-Behörde keine Kultur pflege, die persönliches Missverhalten toleriere oder sogar fördere. «Wie sich zeigt, war dieser Bericht eine Schönfärberei», sagte Senator Tom Coburn aus Oklahoma. «Es gibt in der Agency offenbar grundlegende Probleme, die nun beim Namen genannt werden müssen», so Coburn.

Denn wie die «Washington Post» berichtet, kam es bereits am 7. März zu einem Zwischenfall, in den zwei Scharfschützen des Secret Service involviert waren. Sie wurden verdächtigt, bei einem Präsidentenbesuch betrunken in Miami einen Autounfall verursacht zu haben. Ihnen konnte jedoch nichts nachgewiesen werden. Trotzdem wurden die Männer – wie die drei in Holland – nach Hause geschickt.

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