Aktualisiert 13.01.2017 09:55

«Bromance»

Obamas Medaille rührt Biden zu Tränen

Die Männerfreundschaft zwischen US-Präsident Obama und seinem Vize Biden hat Kultstatus. Nun hat ihre «Bromance» den Höhepunkt erreicht.

von
chk

Barack Obama und Joe Biden pflegen eine Verbindung, die weit über das Politische hinausreicht. Nun, wenige Tage vor deren Abschied vom Weissen Haus, rührt der Präsident seinen Vize mit einer öffentlichen Ehrung zu Tränen – die Krönung einer besonderen Männerfreundschaft.

US-Präsident Barack Obama hat seinem Vizepräsident Joe Biden mit einer der höchsten zivilen Auszeichnungen der USA geehrt und seinen erklärten Freund damit tief gerührt. Überraschend gab Obama am Donnerstag bekannt, seinem Vize die Freiheitsmedaille des Präsidenten zu verleihen. Biden zuckte daraufhin sichtlich zusammen, drehte sich von den Kameras weg und wischte sich Tränen aus den Augen. Dann liess er sich unter dem Applaus der Mitarbeiter von Obama das weiss-blaue Band mit einem fünfzackigen goldenen Stern umhängen.

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Noch weiss er nichts von der grossen Ehre: US-Vizepräsident Joe Biden. (12. Januar 2017)

Noch weiss er nichts von der grossen Ehre: US-Vizepräsident Joe Biden. (12. Januar 2017)

Keystone/Susan Walsh
Als Präsident Obama ihm jedoch die Freiheitsmedaille verleiht, kann sich Vize Biden nicht mehr beherrschen. (12. Januar 2017)

Als Präsident Obama ihm jedoch die Freiheitsmedaille verleiht, kann sich Vize Biden nicht mehr beherrschen. (12. Januar 2017)

Keystone/Susan Walsh
Joe Biden laufen Tränen der Rührung über die Wangen. (12. Januar 2017)

Joe Biden laufen Tränen der Rührung über die Wangen. (12. Januar 2017)

AFP/Nocholas Kamm

«Der beste Vizepräsident»

Der scheidende Präsident überschüttete seine rechte Hand mit Lob. Biden sei der «beste Vizepräsident, den wir je erlebt haben», erklärte Obama. Zudem habe er einen besseren Präsidenten aus ihm gemacht. «Joe Biden zu kennen, bedeutet, ungeheuchelte Liebe zu kennen, Dienst ohne Selbstachtung und ein Leben in Fülle.» Zudem würdigte Obama dessen Verdienste um die Wirtschaft, die Belange der Mittelschicht und die Eindämmung von Gewalt gegen Frauen.

Biden gab sich bescheiden und räumte ein, völlig überrascht worden zu sein. «Ich verdiene sie nicht, aber ich weiss, dass sie vom Herzen des Präsidenten kommt», sagte er. Zugleich revanchierte er sich bei Obama. Wenn andere einmal über den Stern mit seinem Namen reden würden, könne er hoffentlich sagen, dass «ich Teil der Reise eines bemerkenswerten Mannes war, der bemerkenswerte Dinge für dieses Land getan hat», erklärte der 74-Jährige.

Finanzielle Hilfe angeboten

Sowohl Präsident als auch Vizepräsident haben erklärt, dass ihre Freundschaft weit über ihre Ämter hinausgehe. Selbst ihre Frauen, Kinder und Bidens Enkel seien eng befreundet. Biden erzählte während der Zeremonie davon, wie Obama sich nach dem Krebstod seines Sohnes Beau um ihn gekümmert habe. Als er ihm gesagt habe, dass er über den Verkauf seines Hauses nachdenke, um die Familie seines Sohnes zu unterstützen, habe der Präsident ihm sogleich finanzielle Hilfe angeboten.

Obama betonte zudem, dass es zwischen seinen Mitarbeitern und jenen Bidens «keine Revierkämpfe» gegeben habe.

Mit Blick auf den Kultstatus ihrer Männerfreundschaft scherzte Obama während der Zeremonie, die Aktion werde Internetnutzern eine letzte Möglichkeit geben, Witze über ihre «Bromance» zu machen. (chk/dapd)

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