Weihnachtswunder: Obdachloser kann dank Spenden zu seiner Familie
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WeihnachtswunderObdachloser kann dank Spenden zu seiner Familie

Ein Aarauer Strassenmusiker konnte pünktlich zu Weihnachten zusammen mit seiner Hündin Bara zu seiner Familie in Tschechien zurückkehren – dank Spenden aus der Bevölkerung.

von
pat
Solidaritätswelle: Aargauer Bevölkerung finanziert Robert Partel die Reise zu seiner Familie.

Solidaritätswelle: Aargauer Bevölkerung finanziert Robert Partel die Reise zu seiner Familie.

Kein Anbieter/zVg/Andrea Mäder

Seit Jahren sitzt der Obdachlose Robert Partel mit seiner 19-jährigen Hündin Bara am Bahnhof Aarau und spielt Gitarre. Die Jahre zuvor machte er bis zum Heiligabend Strassenmusik. Nicht so in diesem Jahr. Denn der arbeitslose Klempner kann die Festtage bei seinen Liebsten in Tschechien verbringen.

Zu verdanken ist dies der Unterentfelderin Andrea Mäder, die vor nur gerade zwei Wochen gemeinsam mit ihrem Bruder eine Sammelaktion für Partel initiierte – mit Erfolg. Bisher haben über 120 Personen insgesamt 6400 Franken gespendet. Und die Online-Sammelaktion läuft noch.

Das Geld reicht, um den Lebensunterhalt des 43-Jährigen, seiner Frau und seiner zwei Söhne in seiner Heimat mindestens sechs Monate zu finanzieren.

Leute wollten Partel bei sich aufnehmen

«Er ist sehr dankbar dafür, dass die Leute ausgerechnet ihm geholfen haben und noch immer helfen möchten», sagt Mäder zur«Aargauer Zeitung». Der Sammelerfolg habe ihn «enorm gerührt». Doch nicht nur das: Es hätten sich mehrere Personen bei ihr gemeldet, die den Obdachlosen bei sich aufnehmen wollten. Andere wollten dem Strassenmusiker Kleider oder Essen vorbeibringen.

Eine Passantin habe Partel eine Daunenjacke für seine Frau vorbeigebracht und eine Gruppe Kinder habe ihm Guetsli geschenkt. Eine Frau hat ihm beim SBB-Schalter ausserdem eine neue Gitarre mitsamt Gitarrentasche hinterlegt, wie Mäder zur «Aargauer Zeitung» sagt. Selbst das Essen für die Weihnachtsfeier mit seiner Familie hat ihm eine Passantin gekauft.

Auf Medikamente angewiesen

Die letzten Nächte durfte der Musiker laut Mäder «bei einem grosszügigen Paar aus der Region übernachten». Mit ihnen habe er am Montagabend ein Stück in Richtung Deutschland fahren können, von dort aus reiste er weiter nach Tschechien.

Ein Teil der Spendengelder wird wohl für Medikamente draufgehen, denn Partel leidet an Depressionen und Epilepsie. «Sein grösster Traum ist es, gesund zu werden und wieder zu arbeiten», sagt Mäder. Wegen seiner Erkrankungen habe er in Tschechien keinen Job gefunden. «Wir hoffen, dass sich dieser Traum für ihn erfüllt.»

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