Aktualisiert 05.07.2012 23:56

So gehts auchObdachloser lebte wie ein Pascha

David Price ist obdachlos. Na ja, eigentlich nicht so, wie man sich das vorstellt. Der 30-Jährige liess es sich seit Jahren in den besten Hotels Floridas gutgehen. Nun ist ihm die Polizei auf die Schliche gekommen.

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David Price wurde am Freitag verhaftet. Von nun an schläft er im Gefängnis von Orange County. (Screenshot: ABC News)

David Price wurde am Freitag verhaftet. Von nun an schläft er im Gefängnis von Orange County. (Screenshot: ABC News)

David Price ist seit zwei Jahren obdachlos. Und doch hat der Mann keine einzige Nacht unter freiem Himmel geschlafen. Ganz im Gegenteil: Price wohnte wie ein König in den besten Fünf-Sterne-Hotels in Florida. Inzwischen kennt er sie auch alle von Innen: Das Ritz Carlton, das Hard Rock Hotel oder das Loews Portofino Bay.

Price hatte es geschafft, sich in den edlen Ressorts einzuschleichen. Er drang in die Zimmer ein, kurz nachdem sich der Gast bei der Reception abgemeldet hatte. Telefonisch gab er sich dann als dieser aus und behauptete, es sich anders überlegt zu haben. Er wolle das Zimmer behalten und die Kosten könnten weiterhin auf der angegebenen Kreditkarte belastet werden.

In die Falle gegangen

Und so machte es sich Price bequem. Wie die Zeitung «Huffington Post» berichtet, meldeten sich die Geprellten nach einigen Wochen, als sie die Kartenabrechnung erhielten. Price war dann schon weg. «Ich weiss nicht, wie er in mein Zimmer kam oder wie er meine Kartennummer herausfand. Ich weiss nur, dass er die besten Weine getrunken, in den besten Restaurants gegessen und den Zimmer-Service rege benutzt hat», sagt Joseph Barak, eines der Opfer, gegenüber dem TV-Sender Local 10.

Nach zwei Jahren des wilden Treibens ist die Polizei dem 30-Jährigen auf die Schliche gekommen. Weil die Hotels untereinander koordiniert arbeiteten, konnte Price gefasst werden. Er wurde vergangenen Freitagabend verhaftet, als er versuchte, von einem Zimmer aus seinen Aufenthalt zu verlängern. Das leere Zimmer «gehörte» diesmal dem Sicherheitsteam des Hotels.

Offenbar gebe es eine Lücke bezüglich der Identifikation der Gäste, musste der Experte für Hotelsicherheit Robert Siciliano zugeben. «Die Betrüger verhalten sich ruhig, sind nett und freundlich und dadurch wirken sie beim Reception-Personal glaubhaft.» Die Hotels seien dermassen bemüht, den wohlhabenden Gästen einen komfortablen Aufenthalt zu bieten, dass die Sicherheit an letzter Stelle komme, so Siciliano.

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