Bildung statt Münz: Obdachloser wird zum Programmierer
Aktualisiert

Bildung statt MünzObdachloser wird zum Programmierer

Ein New Yorker IT-Spezialist stellt einen Obdachlosen vor die Wahl. Entweder er schenkt ihm 100 Dollar oder er lehrt ihn Programmieren. Vier Wochen später ist die erste App fast fertig.

von
pru

Der 23-jährige Patrick McConlogue kommt auf seinem Arbeitsweg in Manhattan stets am Obdachlosen Leo vorbei. Eines Tages entschied er sich, dem Mann ein Angebot zu machen. Entweder er kommt tags darauf mit 100 Dollar Bargeld wieder oder er bringt drei Java-Script-Bücher (Programmiersprache) und einen billigen Laptop mit und zeigt ihm täglich eine Stunde lang, wie man programmiert. Leo entschied sich für die zweite Variante.

Ganz nach dem Konfuziusprinzip: «Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben», wollte McConlogue herausfinden, ob Leo dieser Herausforderung gewachsen war, erklärte er in einem Interview mit Business Insider.

Ted «The Radio-Voice» von Journis belagert

Programmieren ist kein Zuckerschlecken

Mit 100 Dollar komme er vier Tage durch. Vielleicht eine Woche meinte Leo. Aber die Aussicht etwas Sinnvolles zu lernen, sprach ihm mehr zu. «Es ist ja nicht so, dass ich keine Zeit dafür hätte.» Dabei hatte Leo zu Beginn der Zusammenarbeit nicht die geringste Ahnung von Programmieren. Coding (programmieren) hielt er für etwas, das auf ein Dessert gehört (coating). Und dennoch ist in nur vier Wochen eine fast fertige App entstanden. Worum es sich dabei handelt, wollte Leo noch nicht sagen, nur dass es mit Erderwärmung und Klimaveränderung zu tun haben soll.

Dank dem von McConlogue zu Verfügung gestellten Chromebook und Wifi-Hotspot, widmete sich Leo täglich drei bis vier Stunden dem Lernen von Java Script und Programmieren von Apps. Strom für seinen Laptop erhielt er in einem «schicken Gebäude», wo man ihm bereitwillig eine Steckdose überliess.

Leo stellte Business Insider gegenüber klar, dass er auch vor der ganzen Geschichte, schöne Momente erlebt habe. Dennoch hofft er, durch die neuen Möglichkeiten sein Leben verbessern zu können. Die ungewöhnliche Zusammenarbeit hat mittlerweile grosse Kreise im Internet gezogen. Leos Facebook Seite Journeyman hat bereits über 27 000 Likes.

Deine Meinung