31 km/h zu schnell: Obergericht spricht Autofahrer schuldig

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31 km/h zu schnellObergericht spricht Autofahrer schuldig

Martin V. ging vor Obergericht, weil er 31 km/h zu schnell gefahren sein soll. Er beteuerte aber, dass das nicht sein Auto war - ohne Erfolg.

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Martin V. bekam einen Strafbefehl, weil er auf der Europabrücke geblitzt worden sein soll.

Martin V. bekam einen Strafbefehl, weil er auf der Europabrücke geblitzt worden sein soll.

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Er behauptet aber, dass ein anderes Auto mit seiner Nummer über die Zürcher Brücke gefahren war. Am 4. Juni entscheiden die Richter.

Er behauptet aber, dass ein anderes Auto mit seiner Nummer über die Zürcher Brücke gefahren war. Am 4. Juni entscheiden die Richter.

Gaetan Bally

2009 mietete sich Martin V.* in Zürich ein Auto, um in seine Heimat Belgien zu fahren. Monate später bekam er einen Strafbefehl, weil er um 21 Uhr auf der Europabrücke mit 96 km/h geblitzt worden sein soll – erlaubt wären 60 km/h. Obwohl die Nummer mit seinem Mietwagen identisch war, ist V. überzeugt, dass es ein anderer Fahrer war: «Wahrscheinlich hat er das Kontrollschild meines Mietwagens zuvor kopiert und das Original an ein Auto montiert, das er wohl geklaut hat.»

Er selbst sei um diese Zeit gar nicht mehr in Zürich gewesen, so V.: «Ich bin um 17 Uhr losgefahren.» Gegen zwei Uhr nachts habe er bei Antwerpen einen Motorschaden gehabt: «Wenn ich um 21 Uhr in Zürich gestartet wäre, wäre ich niemals in nur fünf Stunden in Belgien gewesen.»

Erstinstanzliches Urteil bestätigt

Das hielt das Bezirksgericht Zürich jedoch für nicht plausibel und sprach ihn 2014 wegen mehrfach vorsätzlich groben Verletzungen der Verkehrsregeln schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 2000 Franken und einer Busse von 400 Franken. V. ging vors Obergericht, doch dort bestätigte man das erstinstanzliche Urteil, wie er auf Anfrage sagt. Er hofft nun, dass das Bundesgericht ihm recht gibt.

Er fühlt sich von der Justiz ungerecht behandelt: «Vor Gericht wurde beispielsweise behauptet, dass man in nur funf Stunden von Zürich nach Antwerpen fahren kann – das ist unmöglich.» Zudem habe man ihm verweigert, Zeugen zu befragen. Das schriftliche Urteil des Obergerichts steht noch aus.

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