Aktualisiert 27.06.2014 12:02

Gedenk-AnlassOberhofen ging noch einmal in Flammen auf

Vor 150 Jahren zerstörte ein Grossbrand weite Teile Oberhofens. Am Donnerstag stellte die Gemeinde das Feuer mit Feuerwerkskörpern nach.

von
lex
Wie bei dem tragischen Ereignis vor 150 Jahren brannte es am Donnerstag in Oberhofen lichterloh - diesmal waren es aber nur Feuerwerkskörper

Wie bei dem tragischen Ereignis vor 150 Jahren brannte es am Donnerstag in Oberhofen lichterloh - diesmal waren es aber nur Feuerwerkskörper

Am 26. Juni 1864 kam es in Oberhofen zur Brandkatastrophe. Das tragische Ereignis jährte sich am Donnerstag zum 150. Mal. Anlässlich der lokalhistorischen Gedenkveranstaltung entfachte die Gemeinde ein künstliches Feuer - eine realitätsnahe Inszenierung des Dorfbrandes von 1864 mit Pyrotechnik. Zwischen 21 Uhr und 22.45 Uhr musste das ganze Dorf die Lichter löschen und die Gemeinde erstrahlte unter einem Feuerball.

414 Personen obdachlos

In der besagten Nacht vom Juni 1864 brach an der Kupfergasse ein Feuer aus. Die hoch in den Himmel ragende Brandröte war bis Biel und Solothurn zu sehen - von allen Dörfern am Thunersee eilte Hilfe herbei. Zudem wurden vom Waffenplatz Thun 450 Mann, darunter sämtliche Infanterie-Zimmerleute, sowie Ärzte und Pfarrer zur Hilfeleistung abkommandiert.

Doch was von den Flammen erfasst wurde, war nicht mehr zu retten - das Feuer verwandelte das Dorf alsbald in einen rauchenden Trümmerhaufen. Am folgenden Morgen fanden sich die Dorfbewohner in einer verwüsteten Gemeinde in Schutt und Asche wieder. 35 Wohnhäuser waren bis auf die Grundmauern abgebrannt und 414 Personen aus 105 Familien waren auf einen Schlag obdachlos. Nach der Schreckensnacht erlebte Oberhofen eine Welle von Solidarität und Hilfsbereitschaft. Dank der Unterstützung von benachbarten Gemeinden konnte mit dem Wiederaufbau des Dorfes schnell begonnen werden, es entstanden neue Häuser und Infrastrukturen.

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