Graubünden schliesst Restaurants: Oberster Beizer spricht von «Wirtschaftskrieg» und «Erpressung»
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Graubünden schliesst RestaurantsOberster Beizer spricht von «Wirtschaftskrieg» und «Erpressung»

Der Regierungsrat des Kantons Graubünden hat verschärfte Coronavirus-Massnahmen beschlossen. Diese werden von Casimir Platzer, Präsident von Gastro Suisse, scharf kritisiert.

von
Katja Fässler
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Im Kanton Graubünden machen die Restaurants am Freitag für zwei Wochen zu.

Im Kanton Graubünden machen die Restaurants am Freitag für zwei Wochen zu.

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Das steht in einem internen Schreiben des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden, das 20 Minuten vorliegt.

Das steht in einem internen Schreiben des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden, das 20 Minuten vorliegt.

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Ausgenommen sind Restaurants im Kanton, die in hoteleigenen Betrieben die Gäste bewirten.

Ausgenommen sind Restaurants im Kanton, die in hoteleigenen Betrieben die Gäste bewirten.

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Darum gehts

  • Graubünden schliesst ab heute alle Restaurants für zwei Wochen.

  • Gastro-Suisse-Präsident Casimir Platzer übt scharfe Kritik an der Regierung.

  • In den Nachbarländern hat man für die föderalistischen Massnahmen der Schweiz wenig Verständnis.

Ab 4. Dezember um 23 Uhr bleiben alle Restaurants im Kanton Graubünden geschlossen. Dies steht in einem internen Schreiben des Departements für Volkswirtschaft und Soziales, das 20 Minuten vorliegt. Die Massnahmen soll vorerst für 14 Tage gelten. Nur Hotelgäste dürfen noch bewirtet werden.

Wenig von dieser Massnahme hält Casimir Platzer, Präsident von Gastro Suisse und somit oberster Beizer. Innerhalb von zwei Wochen werde das Virus nicht verschwinden, wie er gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt. Er fügt an: «In Österreich sind die Zahlen trotz einschneidender Lockdown-Massnahmen auch nicht zurückgegangen.» Für Platzer ist klar, dass sich die Bünder Regierung damit dem Druck der Nachbarstaaten und der EU beugt. Er spricht von «Erpressung» und «Wirtschaftskrieg». Auch die Massnahmen, die Alain Berset vorstellen möchte, sieht er als Reaktion auf die Kritik aus dem Ausland.

Zwei Welten am Matterhorn

Von einem «Schneekrieg» und einem «Kleinkrieg» schreibt auch der «Spiegel». Nichts würde diesen besser verdeutlichen, als die Lage zu beiden Seiten des Matterhorns. Während im italienischen Cervinia die Lifte stillstehen, «brumme» auf der Schweizer Seite der Betrieb. «Ist also die Schweiz, geografisch mitten unter den streitenden EU-Staaten, ohne an deren Absprachen gebunden zu sein, am Ende der lachende Dritte?», fragt der Autor.

Und dies, obwohl ausgerechnet hierzulande doppelt so viele Neuinfektionen verglichen zu Deutschland vermeldet werden. Dort gilt aktuell ein Teil-Lockdown bis mindestens 20. Dezember. Österreich lässt Gastronomie- und Hotelleriebetriebe bis zum 7. Januar geschlossen. Über die Situation in der Schweiz und den «gefährlichen Mittelweg» aus der Pandemie berichtete auch das ZDF.

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