Aktualisiert 16.08.2019 12:57

Gottfried LocherOberster Protestant befürwortet Homo-Ehe

Gottfried Locher, Präsident des Evangelischen Kirchenbundes, ist der Meinung, dass Ehe und Trauung auch für gleichgeschlechtliche Paare gelten sollen.

von
chk
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«Der Landeskirche steht es gut an, den gesellschaftlichen Konsens ernst zu nehmen»: Zwei Frauen an der Gay Pride in Zürich. (15. Juni 2019)

«Der Landeskirche steht es gut an, den gesellschaftlichen Konsens ernst zu nehmen»: Zwei Frauen an der Gay Pride in Zürich. (15. Juni 2019)

Keystone/Melanie Duchene
Homosexualität entspreche Gottes Schöpfungswillen: Gottfried Locher, Präsident des Evangelischen Kirchenbunds. (Archivbild)

Homosexualität entspreche Gottes Schöpfungswillen: Gottfried Locher, Präsident des Evangelischen Kirchenbunds. (Archivbild)

Keystone/Urs Flüeler
Es existiere das bewährte System, dass der Staat die Ehe definiere, die die Reformierten mit dem Segen Gottes ausstatten würden.

Es existiere das bewährte System, dass der Staat die Ehe definiere, die die Reformierten mit dem Segen Gottes ausstatten würden.

Keystone/Melanie Duchene

Der höchste Reformierte der Schweiz hat sich in einem Zeitungsinterview für die Homo-Ehe ausgesprochen. Homosexualität entspreche Gottes Schöpfungswillen, sagte Gottfried Locher, Präsident des Evangelischen Kirchenbunds. Die Reformierten sind in der Frage gespalten.

Locher sagte gegenüber den Tamedia-Zeitungen vom Freitag, er sei persönlich der Meinung, dass Ehe und Trauung auch für gleichgeschlechtliche Paare gelten sollen. Es stehe der Landeskirche gut an, den neuen gesellschaftlichen Konsens ernst zu nehmen. Die Ehe sei für die Reformierten keine Bekenntnisfrage und gehöre nicht zu den Grundfragen des Glaubens.

Dem Staat folgen

Es existiere das bewährte System, dass der Staat die Ehe definiere, die die Reformierten mit dem Segen Gottes ausstatten würden, sagte der 52-jährige Theologe. Das System solle beibehalten werden. «Wenn sich der Staat zur gleichgeschlechtlichen Ehe hin öffnet, sehe ich keinen Grund, warum wir ihm nicht folgen sollten.»

Die reformierten Kantonalkirchen konnten sich bisher nicht zu einer Parole durchringen. Die Abgeordnetenversammlung soll am 4. November eine Stellungnahme beschliessen. Laut Locher hat das Thema das Potenzial, die Kirchen zu spalten.

Die Öffnung der Ehe für alle Paare unabhängig von der Geschlechterzusammensetzung ist in einer im Juni zu Ende gegangen Vernehmlassung durch die Rechtskommission des Nationalrats auf breite Unterstützung gestossen. Mit Ausnahme der SVP fand das Vorhaben bei grossen Parteien und betroffenen Organisationen Zuspruch. Die Kirchen äusserten sich zurückhaltend. (chk/sda)

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