Strommangel: Oberster Stromaufseher rät zum Kauf von Kerzen – Kritik am Bund wird lauter

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StrommangelOberster Stromaufseher rät zum Kauf von Kerzen – Kritik am Bund wird lauter

Verschiedene staatliche Vertreter kamen in der Sonntagspresse zu Wort – während Elcom-Chef Werner Luginbühl zum Kauf von Kerzen und Brennholz rät, nimmts der Bund gelassen. 

Der oberste Stromaufseher rät Schweizerinnen und Schweizern – für den schlimmsten Fall – Kerzen zu kaufen.

Der oberste Stromaufseher rät Schweizerinnen und Schweizern – für den schlimmsten Fall – Kerzen zu kaufen.

IMAGO/Martin Wagner

Darum gehts

Im schlimmsten Fall muss die Schweiz im Winter mit vorübergehenden Stromabschaltungen rechnen, zitiert die «NZZ am Sonntag» den obersten Stromaufseher Werner Luginbühl. Es sei deshalb wichtig, die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Luginbühl ist der Präsident der staatlichen Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich (Elcom).

So solle sich jeder überlegen, was er im Falle eines mehrstündigen Stromausfalles täte, wird er von der «NZZaS» weiter zitiert. Es sei ratsam, genügend Kerzen im Haus zu haben. Wer einen Holzofen habe, sollte auch genügend Brennholz haben. 

Bereiten Sie sich auf eine Strommangellage vor? 

Präsident der Elcom kritisiert die Haltung der Politik

Die Politik habe die Warnungen der Elcom in den vergangenen Jahren zu wenig ernst genommen. Falls die Mangellage eintritt, erwägen Bundespolitiker laut «NZZaS» einschneidende Massnahmen: So soll die Strassenbeleuchtung reduziert und das Licht in Schaufenstern sowie Leuchtreklamen gelöscht werden. Zur Debatte stehen auch Verbote für den Einsatz von Schneekanonen und den Verkauf von Elektroöfen.

Selbst wenn es im Winter wie befürchtet zu wenig Gas und Strom gebe, sei in der Schweiz kein nachhaltiger Wirtschaftsabschwung zu befürchten, sagt derweil Eric Scheidegger, Chefökonom des Staatssekretariats für Wirtschaft, im Interview mit der «SonntagsZeitung». Für dieses Jahr sei keine Rezession zu erwarten. Doch werde die Schweiz mit einem Auf und Ab von Wirtschaftseinbrüchen im Winter und Erholung im Sommer leben müssen – dies sollte die Wirtschaft aber verkraften können. 

Deshalb sei der Bund nicht am Aufgleisen von Konjunkturprogrammen, wie es die Nachbarländer bereits täten. Scheidegger rege aber «eine befristete Erhöhung der Verbilligung der Krankenkassenprämien oder eine Erhöhung der AHV-Renten und der Ergänzungsleistungen» an.

Kritik am Vorgehen des Bundes

Während von links nach rechts Kritik an der Energiewende und an Bundesrätin Simonetta Sommaruga geäussert wird, läuft Europa in eine Energie-Mangellage, so der «SonntagsBlick». «Wir verschwenden Unmengen von Energie», sagt Stella Jegher von Pro Natura gegenüber der Zeitung. Sie übt Kritik am Nicht-Handeln des Bundes: Allein beim täglichen Verbrauch könnten Industrie, Gewerbe und Privathaushalte rund ein Drittel des Stroms einsparen, ohne es zu merken, wird Jegher weiter zitiert. 

(sys)

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