Aktualisiert 29.04.2008 17:51

OC Oerlikon gegen Vekselberg

Der Verwaltungsrat des Technologiekonzerns OC Oerlikon bremst den russischen Milliardär Viktor Vekselberg aus. Er lehnt es ab, weitere von Vekselbergs Investmentgesellschaft Renova gehaltene Aktien ins Aktienregister einzutragen.

Der Anteil der vom Entscheid betroffenen Aktien übersteige 10 Prozent des Aktienkapitals. Dies wirft laut Verwaltungsrat verschiedene eigentums- und fusionskontrollrechtliche Fragen auf, wie OC Oerlikon heute nach einer Sitzung des Aufsichtsgremiums mitteilte.

Diese Fragen hätten bislang nicht abschliessend geklärt werden können. Daher sei für eine Eintragung ins Aktienregister keine hinreichende Rechtssicherheit gegeben. Sobald die Fragen geklärt seien, werde sich der Verwaltungsrat erneut mit der Angelegenheit befassen.

Angespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen OC Oerlikon und Grossaktionär Vekselberg ist seit einiger Zeit angespannt. Uneinigkeit besteht etwa bei der Erfüllung einer Option, die Renova gegenüber der Beteiligungsgesellschaft Victory, deren Teilhaber Georg Stumpf den Verwaltungsrat von OC Oerlikon präsidiert, ausgeübt hat.

Vor einer Woche hatte Renova mitgeteilt, sie sei zur grössten Aktionärin von OC Oerlikon geworden. Sie habe gegenüber Victory eine Option auf rund 1,074 Mio. Aktien oder 7,6 Prozent ausgeübt und halte nun 31,99 Prozent am Konzern. Doch Victory wollte von einem Vollzug der Option nichts wissen.

Opting-out soll fallen

Zusätzlich belastet wird das Klima durch den Vorschlag des OC Oerlikon-Verwaltungsrats, die so genannte Opting-out-Klausel abzuschaffen. Damit müsste ein Aktionär, der seine Beteiligung auf über einen Drittel aufstockt, eine Übernahmeofferte für den ganzen Konzern vorlegen.

Renova lehnt die Streichung dieser Klausel, die eine Ausnahme von den an der Schweizer Börse üblichen Übernahmeregeln darstellt, entschieden ab. An der Generalversammlung vom 13. Mai in Luzern kommt es daher zu einem Machtkampf der beiden Investmentfirmen.

Sollte Renova ihre Beteiligung vor der Generalversammlung über einen Drittel erhöhen, wäre keine Übernahmeofferte fällig, weil das Opting-out noch in Kraft ist. Bleibt es bei den gegenwärtigen Eintragungungen im Aktienregister, dürfte Renova an der Generalversammlung Victory unterliegen.

(sda)

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