Stauffacher zu eng: Occupy-Aktivisten wollen wieder weg
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Stauffacher zu engOccupy-Aktivisten wollen wieder weg

Nur gerade vier Tage nachdem sie vor der St. Jakobs-Kirche beim Zürcher Stauffacher Asyl erhalten haben, suchen die Occupy-Aktivisten einen neuen Standort. Auf der kleinen Wiese wirds ihnen zu eng.

Erst am vergangenen Dienstag hat die Zürcher Occupy- Bewegung ihre Zelte bei der Kirche St.Jakob aufgeschlagen. Nun suchen die Besetzer bereits nach einem neuen Standort. Das Kirchenareal am Stauffacher ist ihnen zu klein.

Dass die Kirchgemeinde sie vor ihrem Gotteshaus campieren lässt, wird von den Besetzern zwar «hoch geschätzt», wie sie in einer Mitteilung schreiben. Der Ort sei wegen seiner zentralen Lage ideal für die Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit.

Besetzer bedauern Kirchen-Austritte

Die Platzverhältnisse würden es jedoch nicht erlauben, die Infrastruktur aufzubauen, die ein Wohnen und Arbeiten ermöglichen würde. Viele Teilnehmer müssten ihre Arbeitsgruppen-Sitzungen in Privatwohnungen abhalten. Die Bewegung habe deshalb am Freitag «im Konsens beschlossen, dass sie nach einem neuen Standort sucht».

Undankbar wollen die Besetzer aber nicht erscheinen: Sie bedanken sich bei der reformierten Kirche und bedauern gleichzeitig, dass diese wegen ihres Engagements für die Occupy-Bewegung mehrere Kirchenaustritte hinnehmen musste. So zum Beispiel jenen von Roger Liebi, dem Präsidenten der Stadtzürcher SVP, der diese Woche demonstrativ seinen Austritt bekanntgab.

Am Samstag besetzten die Aktivisten erneut den Paradeplatz, wie in den Wochen zuvor auch dieses Mal ohne Bewilligung. Die rund 50 Besetzer bemalten den Trottoir-Abschnitt vor dem Sitz der Grossbank Credit Suisse und machten mit Musik und einem Megaphon auf ihrer Anliegen aufmerksam. Die Stadtpolizei Zürich musste kurz eingreifen, weil einige Besetzter ein Feuer entfachten. Ansonsten verlief der Anlass friedlich. (sda)

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