Aktualisiert 29.06.2005 21:02

InterviewOdermatt: «Meine Kontrolle soll abschreckend wirken»

Seit fünf Monaten ist der schweizweit erste Sozialinspektor in Emmen auf der Pirsch. Sieben Missbräuche hat Christoph Odermatt (31) bislang aufgespürt – weniger als erwartet.

Wie sich gezeigt hat, sind Missbräuche im Emmer Sozialwesen Einzelfälle. Braucht es dafür einen Sozialinspektor?

Christoph Odermatt: Für jeden aufgedeckten Missbrauch lohnt sich der Aufwand. Ausserdem soll meine Kontrolle vor allem abschreckend wirken.

Sind Sie also der Angstmacher von Emmen?

Odermatt: Nein. Sozialgeldbezüger, die ehrliche Angaben machen, haben auch nichts zu befürchten.

Wie schummelten die Leute?

Odermatt: In zwei Fällen arbeiteten die Sozialgeldbezüger schwarz. In den anderen fünf Fällen hatten sie falsche Angaben über ihre Wohnverhältnisse oder ihr Vermögen gemacht.

Wie spüren Sie die Schummler auf?

Odermatt: Manchmal erhalte ich Hinweise von Nachbarn oder Bekannten. Bevor ich aber bei den Verdächtigten einen Hausbesuch mache, studiere ich ihr Dossier genau und beschaffe mir weitere Angaben über sie.

Wie ein Detektiv?

Odermatt: Ich klappere nicht Nachbarschaften ab, sondern nutze mein gutes Netzwerk. Mehr will ich über meine Taktik nicht verraten.

Früher waren Sie Polizist. Nützt Ihnen das heute etwas?

Odermatt: Ja, ein sicheres Auftreten und einen breiten Rücken kann ich auch als Sozialinspektor gut gebrauchen.

Interview: Eva Wirth

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