Äffchen auf der Flucht: Odyssee von Filù ist zu Ende
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Äffchen auf der FluchtOdyssee von Filù ist zu Ende

Ein richtiger Filou: Mal sah man das vor einem Monat aus einem Tessiner Zoo ausgebüxte Äffchen Filù auf Bäumen, dann wieder auf Hausdächern. Im Pferdestall war jetzt Endstation. Betäubt kam es zurück in den Zoo.

Das Kapuzineräffchen Filù ist wieder zurück im Zoo al Maglio. Das Äffchen sorgte für Schlagzeilen, weil es vor über einem Monat ausgebrochen und durch die Wälder der Region gestreift war. Am Sonntag ist Filù nun betäubt und eingefangen worden.

Während der kleine Affe über längere Zeit auf Bäumen übernachtet hatte, war dies in den letzten Tagen aufgrund der tieferen Temperaturen nicht mehr möglich. Deshalb hat sich Filù einen Platz in einem Pferdestall gesucht, wie der Zoo al Maglio am Sonntagabend mitteilte. Die private Anlage ist der einzige Zoo im Tessin.

Man habe das Tier immer auf eine sanfte Art und Weise einfangen wollen, betont der Zoo. Und das sei nun am Sonntag gelungen. Eine Person, die sich dem Äffchen offenbar schon seit einigen Tagen immer wieder nähern konnte, habe ihn betäubt und in den Zoo zurückgebracht. Nachdem er wieder aufwachte, sei er zu seinen Artgenossen zurückgekehrt.

Tierschutzverein kritisiert

Filù hatte in den vergangenen Wochen einen Bewegungsradius von rund zwölf Kilometern. Immer wieder tauchte er in den Dörfern des Malcantone auf. Mal sass er auf einem Baum, mal auf einem Haus. In Ponte Tresa beispielsweise hat er sich auf den Fussballplatz gesetzt und vom ganzen Dorf mit Bananen füttern lassen.

Harsche Kritik zum Ausbruch von Filù gab es vom Tierschutzverein Bellinzona. Präsident Armando Besomi kündigte an, rechtliche Schritte gegen den Zoo einleiten zu wollen. Er fordert schon seit Jahren, die Anlage, die auch diverse exotische Tiere beherbergt, in einen Wildpark für einheimische Arten umzuwandeln. (sda)

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