Kommunale Richtpläne – Öffentliche Terrassen und mehr Velowege – darüber stimmt Zürich ab
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Kommunale RichtpläneÖffentliche Terrassen und mehr Velowege – darüber stimmt Zürich ab

Mehr Velowege, weniger Parkplätze und stadtweit Tempo 30: Zwei Richtpläne zeichnen die Zukunft der Limmatstadt. Das letzte Wort hat das Stadtzürcher Stimmvolk.

von
Lynn Sachs
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Am 28. November stimmen die Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher über zwei Richtpläne ab: Den Siedlungs- und den Verkehrsrichtplan.

Am 28. November stimmen die Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher über zwei Richtpläne ab: Den Siedlungs- und den Verkehrsrichtplan.

20min/Karina Romer
Darin wird festgehalten, wie sich die Stadt Zürich in den kommenden Jahren entwickeln soll.

Darin wird festgehalten, wie sich die Stadt Zürich in den kommenden Jahren entwickeln soll.

Tamedia/Urs Jaudas
Geplant sind unter anderem mehr Velowege, Grünflächen und 30er-Zonen. Reduzieren möchte man hingegen den Autoverkehr in der Innenstadt und den Quartieren.

Geplant sind unter anderem mehr Velowege, Grünflächen und 30er-Zonen. Reduzieren möchte man hingegen den Autoverkehr in der Innenstadt und den Quartieren.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Das Stadtzürcher Stimmvolk stimmt am Sonntag über zwei Richtpläne ab, den Siedlungs- und Verkehrsrichtplan.

  • Hier findest du einen Überblick zur Abstimmung am Sonntag.

In zwanzig Jahren könnte die Limmatstadt über 500’000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Da es in der Stadt kaum noch grosse Flächen gibt, die bebaut oder umgenutzt werden können, will man unter anderem bestehende Quartiere verdichten und höhere Häuser bauen. Mehr Grünflächen sollen die Quartiere dabei wohnlicher gestalten. Geplant sind zudem mehr Velo- und Fusswege und 30er-Zonen. Reduzieren möchte man hingegen den Autoverkehr in der Innenstadt und den Quartieren.

Was ist ein kommunaler Richtplan?

Ein kommunaler Richtplan zeigt, wie sich Zürich in den kommenden Jahren entwickeln soll. Während der Siedlungsrichtplan die Bebauung steuert, regelt der Verkehrsrichtplan alles, was sich auf den Strassen verändern soll.

Was sagen die Befürworter?

«Mit den Richtplänen kann die Bevölkerung die Stadt mitgestalten und sicherstellen, dass die Quartiere attraktiv bleiben», sagt SP-Gemeinderätin Simone Brander. Da der Platz jedoch beschränkt sei, müssten auch Private ihren Beitrag leisten, findet Brander. «Wenn ein Immobilienkonzern teure Wohnungen baut, dann muss er der Allgemeinheit auch etwas zurückgeben. Neue Grünflächen sollen deshalb nicht umzäunt werden, sondern nach Möglichkeit der ganzen Bevölkerung offenstehen.» Zudem will man den Autoverkehr in der Innenstadt möglichst reduzieren. Geplant sind neben einer flächendeckenden Einführung von Tempo-30-Zonen unter anderem auch Velo-Vorzugsrouten. Dafür Parkplätze aufzuheben, hält Brander für sinnvoll. «Es braucht nicht nur sichere Velorouten, sondern auch Platz für Boulevardflächen und zusätzliche Güterumschlagplätze für das Gewerbe.»

Die Ja-Parole für beide Richtpläne haben neben der SP auch die Grünen, die GLP und die AL gefasst. Auch der Stadtrat unterstützt die Richtpläne.

Was sagen die Gegner?

Die Stadtzürcher SVP lehnt beide Richtpläne ab. «Sie sind ideologisch klar rot-grün geprägt», sagt Präsident Mauro Tuena. Private Innenhöfe, Gärten und Terrassen für die Öffentlichkeit zu öffnen, komme einer «faktischen Enteignung» gleich und gehe definitiv zu weit. Zudem sei man dagegen, dass in Zürich noch dichter und höher gebaut wird. «Wir wollen nicht, dass die Stadt zu einem Beton-Dschungel wird.» Laut Tuena könnten der Parkabbau und die flächendeckende Einführung von Tempo 30 nicht nur den Individualverkehr, sondern auch den öffentlichen Verkehr behindern. «Es kann nicht sein, dass öffentliche Verkehrsmittel nur 30 km/h fahren dürfen und aufgrund einer Verlangsamung im Stau stehen.» Auch den Ausbau des Velonetzes sieht er kritisch. «Wir brauchen ein gesundes nebeneinander aller Verkehrsteilnehmenden. Der Plan scheint aber nur auf Velofahrende ausgerichtet zu sein und verfolgt das Ziel, Autofahrende zu vergraulen.»

Neben der SVP lehnt auch die FDP beide Richtpläne ab. Die EVP empfiehlt die Nein-Parole beim Siedlungsplan und eine Annahme des Verkehrsrichtplans.

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