Aktualisiert 27.06.2011 10:00

Es grünt in der Luft

Ökoflieger starten durch

Biotreibstoff und Elektro-Flieger: Die Luftfahrtbranche gibt sich auf ihrer wichtigsten Messe im französischen Le Bourget so umweltbewusst wie nie zuvor.

von
sas

Stetig steigende Kerosinpreise und der harte Konkurrenzkampf zwingen die Luftfahrtbranche zu sparsameren Flugzeugen: So ist wenig erstaunlich, dass es sich bei einem der Messe-Verkaufsschlager um einen A320neo von Airbus handelt. Er verbraucht dank veränderter Flügelspitze 15 Prozent weniger Treibstoff als das Konkurrenzmodell von Boeing. Die Billigfluglinie AirAsia bestellte vom «Spirt-Sparer» gleich 200 Stück.

Die Luftfahrtbranche gibt sich in le Bourget so umweltbewusst wie nie zuvor. Grün gibt sich auch der US-Konzern Boeing und sendete einen 747-8 Frachter nach Frankreich, dessen Kerosin 15 Prozent Leindotteröl beigemischt wurde. Dass noch mehr drin liegt, zeigte Honeywell: Der US-Anbieter flog einen Gulfstream ein, bei dem ein Triebwerk vollumfänglich mit Biotreibstoff betankt wurde.

Nur zwei 2 Prozent aller CO2-Emissionen

Jährlich verbrennen die Flugzeuge dieser Welt die gewaltige Menge von 230 Milliarden Liter Kerosin, wie «Welt Online» berichtet. Das ist einerseits ein massiver Kostenfaktor, andererseits eine grosse Umweltbelastung. Die Passagierflugzeuge stossen pro Jahr 660 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus, wobei die Branche stets betont hat, nur für zwei Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich zu sein.

Der EU-Kommission sind aber auch diese zwei Prozent zu viel. Sie möchte den Kohlendioxid-Ausstoss der Fliegerei laut einem Plan namens «Flightpath 2050» bis in 40 Jahre um 75 Prozent reduzieren, die Lärmbelastung um 65 Prozent. Als Basis gilt der Wert aus dem Jahr 2000.

Um diese Ziele zu erreichen braucht es aber viel mehr als nur einen etwas sparsameren A320. Die grünere Zukunft ist aber eingeläutet. Auf der Messe in Paris zeigen mehrere Hersteller Elektroflugzeuge, wovon eines – Solarimpulse vom Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard – einzig durch Solarenergie vorankommt.

Realität oder Traum

Ein umweltfreundliches Konzeptflugzeug stellt auch EADS vor. Es nennt sich VoltAir, ist für Kurzstrecken ausgelegt und hat Platz für 50 bis 70 Passagiere. Der Antrieb ist vollumfänglich elektronisch uns basiert auf bisher noch nicht vorhandenen Hochleistungsbatterien. Laut EADS könnte der Ökoflieger bereits in 20 Jahren Realität werden.

«Das Konzeptflugzeug ist ein Zukunftsforschungsprojekt, es hat keinen kurzfristigen kommerziellen Ansatz», so EADS-Cheftechniker Jean Botti, von EADS. Man wolle die Grenzen des Machbaren verschieben. Der Traum vom sauberen Fliegen?

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