Aktualisiert 06.09.2013 13:34

Fussball

Ökonom fordert Lohndeckel für Profis

Ein deutscher Forscher schlägt eine Einkommensobergrenze für Fussballer vor. In der Schweiz hält man das für keine gute Idee.

von
Fee Riebeling

Der deutsche Fussball droht langweilig zu werden. So warnt Klaus Zimmermann vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn. Dies, weil mit Borussia Dortmund und Bayern München seit zehn Jahren immer dieselben Clubs die Bundesliga gewinnen. Der Grund: Nur sie können sich die besten Spieler leisten. Doch das ist laut Zimmermann für die Fans auf Dauer unattraktiv. Er argumentiert, Spiele seien umso spannender, je ebenbürtiger sich die Vereine sind (siehe Box). Deshalb schlägt der Ökonom einen Lohndeckel für Fussballer vor.

Auch in der Schweiz dominiert mit Basel ein reicher Verein die Meisterschaft: In den letzten zehn Jahren gewann er siebenmal. Weniger vermögende Clubs haben das Nachsehen. Trotzdem hält man hierzulande wenig von einem Höchstlohn für Profis. «Wir könnten den Fussball an den Nagel hängen», urteilte Fifa-Chef Sepp Blatter in der «Schweiz am Sonntag» mit Blick auf den Transfermarkt. Wer würde hier noch spielen wollen?

Unterstützung erhält er vom Zürcher Wirtschaftsprofessor Helmut Dietl. «Beim Festlegen der Höhe des Gehaltsdeckels müsste man sich an den Spielerbudgets der ärmsten Clubs orientieren», sagt er. Auch funktioniere eine nationale Höchstgrenze nicht in der Champions League – dort hätten Schweizer Clubs keine Chance mehr, weil sie sich keine guten Spieler mehr leisten könnten.

Das Louis-Schmeling-Paradoxon

Firmen sind erfolgreicher, wenn die Konkurrenz klein ist. Anders im Sport. Diese Besonderheit bezeichnen Ökonomen als Louis-Schmeling-Paradoxon, das auf einen Kampf zwischen den Boxern Joe Louis (USA) und Max Schmeling (D) im Jahr 1936 zurückgeht.

Weil der Amerikaner all seine Fights durch ein frühes K.o. des Gegners gewann, waren diese für die Fans langweilig. Erst als Schmeling ihn überraschend besiegte (Bild), wurde die Begeisterung der Zuschauer neu erweckt. (fee)

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