Anschlag auf Nano-Zentrum : Ökoterroristen am Dienstag vor Gericht

Aktualisiert

Anschlag auf Nano-Zentrum Ökoterroristen am Dienstag vor Gericht

Die drei Personen, die einen Anschlag auf das Nanotechnologiezentrum der IBM in Rüschlikon ZH geplant haben sollen, müssen sich vor dem Bundesstrafgericht verantworten. Am Dienstag geht der Prozess los.

Auf dieses Gebäude hatten die drei ihren Anschlag geplant, mutmasst die Bundesanwaltschaft. Damals war das Zentrum allerdings noch nicht eröffnet.

Auf dieses Gebäude hatten die drei ihren Anschlag geplant, mutmasst die Bundesanwaltschaft. Damals war das Zentrum allerdings noch nicht eröffnet.

Im April 2010 waren zwei italienische Staatsangehörige und ein in Italien wohnhafter Schweizer bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe des Albispasses im Kanton Zürich angehalten worden. Im Auto stellte die Polizei 450 Gramm Sprengstoff und weitere Materialien sicher, die für einen Brand- oder Sprengstoffanschlag verwendet werden können.

Am Dienstag müssen die drei Personen nun vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona antanzen. Grund: Sie stehen im Verdacht, mit dem Material einen Anschlag auf das Nanotechnologiezentrum der IBM in Rüschlikon ZH geplant zu haben.

Bekennerschreiben gefunden

Neben dem gefundenen Material hat man bei den dreien handschriftliche Bekennerschreiben in deutscher Sprache entdeckt. Darin bekannte sich die Gruppierung «ELF Switzerland Earth Liberation Front» zu einem Sprengstoffanschlag auf das sich damals noch im Bau befindliche Nanotechnologiezentrum der IBM in Rüschlikon, das sich nahe des Anhaltungsortes befindet.

Die drei Personen wurden in Untersuchungshaft genommen, wo sie sich heute noch befinden. Die Bundesanwaltschaft (BA) wirft ihnen strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung sowie Verbergen, Transport und unbefugte Einfuhr von Sprengstoffen vor.

Ökoterroristische Gruppe

Die Verhandlung ist auf einen Tag angesetzt, der Mittwoch dient als Reservetag. Der Prozess wird von der Strafkammer des Gerichts in Dreierbesetzung geführt. Das Urteil wird am kommenden Freitag fallen.

Laut dem Jahresbericht des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) sollen die drei Personen enge Beziehungen zur anarchistischen Szene in Italien und teilweise auch zum Revolutionären Aufbau Zürich unterhalten haben. Die «Earth Liberation Front» (ELF) agierte in der Vergangenheit vorwiegend in den USA und Kanada.

Nach eigenen Angaben im Internet führt das Netzwerk «direkte Aktionen in Form von Wirtschaftssabotage» durch, um die Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt aufzuhalten. In den USA wird die ELF als ökoterroristische Gruppierung eingestuft. (sda)

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