Aktualisiert 20.06.2008 16:09

Kampf um ÖlÖl-Konzerne kehren in den Irak zurück

Die irakische Regierung steht kurz vor einer Einigung mit westlichen Öl-Konzernen, um die Erdöl-Förderung im Irak wieder aufzunehmen. Die Öl-Multis sollen noch im Sommer in den Irak zurückkehren.

Nach der Enteignung der Bohrkonzessionen durch Diktator Saddam Hussein 1975 und dem Einbruch der Ölförderung aufgrund des Einmarsches der US-Armee 2003 gibt die westliche Ölindustrie im Irak ihr Comeback. Die Regierung verhandelt zu Zeit mit Shell, Exxon Mobil, Total und Chevron, wie das «Handelsblatt» berichtet. Informationen der «New York Times» zufolge sollen erste Vorverträge bereits am Montag kommender Woche unterzeichnet werden. Die vier Öl-Giganten hätten sich damit in einem Rennen unter 120 Bewerbern durchgesetzt, die sich alle für die Konzessionen interessierten.

Sinkt jetzt der Ölpreis?

«Zusätzliche Ölförderungen im Irak sind durchaus geeignet, um dem Ölpreis Spielraum zu nehmen»‚ meint Michael Blumenroth, Rohstoffhändler bei der Deutschen Bank. In den kommenden Wochen sei jedoch keine generelle Erholung der Preisentwicklung zu erwarten. Der Ölpreis würde im Sommer angesichts der bevorstehenden Urlaubssaison ohnehin von der höheren Nachfrage hochgehalten. «Momentan ist der Markt noch zu ängstlich, als dass eine Entspannung in Sicht wäre. Langfristig hat die Nutzung der Ölvorkommen im Irak aber durchaus das Potenzial, den Preis um 10 bis 20 Dollar zu drücken»‚ prognostiziert der Experte.

Die drittgrössten Ölreserven der Welt

Mit den drittgrössten Ölreserven der Welt nimmt der Irak eine gewichtige Rolle in der Ölpreispolitik ein. Vorkommen in Höhe von 115 Milliarden Barrel (je 159 Liter) seien bereits entdeckt. Darüber hinaus werden zusätzliche 100 Milliarden Barrel im Irak vermutet. In den kommenden Jahren soll die Förderung der vier Konzerne auf vier Millionen Barrel pro Tag gesteigert werden. Ausländischen Investoren wird der Zugang zu vier Ölfeldern eröffnet. Bis Ende des Jahres soll die neue Ölgesetzgebung der irakischen Regierung in Kraft treten. Über die Art der Bezahlung für die nötigen Konzessionen seien die Verhandlungspartner jedoch noch uneinig. Während der irakische Ölminister Hussain el Shahristani die Konzessionen in bar beglichen haben möchte, würden die Konzerne Öllieferungen als Bezahlungsmittel bevorzugen. (scc/pte/rmd)

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