Schwarze Küste: Öl-Pest in Santa Barbara lässt Tiere elend verenden
Aktualisiert

Schwarze KüsteÖl-Pest in Santa Barbara lässt Tiere elend verenden

Zehntausende Liter Öl sind aus einer leckenden Pipeline in Kalifornien in den Pazifik geflossen. Welche Auswirkungen hat der Vorfall für Tiere und Natur?

von
cho
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Bis zu 400'000 Öl traten an der kalifornischen Pazifikküste, nahe Santa Barbara, aus.

Bis zu 400'000 Öl traten an der kalifornischen Pazifikküste, nahe Santa Barbara, aus.

David Mcnew
Ein 14,5 Kilometer langer Küstenstreifen wurde dabei laut den Behörden verseucht. Unzählige Tiere leiden darunter und drohen elendiglich zu verenden.

Ein 14,5 Kilometer langer Küstenstreifen wurde dabei laut den Behörden verseucht. Unzählige Tiere leiden darunter und drohen elendiglich zu verenden.

epa/Michael Nelson
Freiwillige, Notfallteams der Marine und Hilfsorganisationen versuchten am Mittwoch zu retten was zu retten ist.

Freiwillige, Notfallteams der Marine und Hilfsorganisationen versuchten am Mittwoch zu retten was zu retten ist.

Kenneth Song

Notfallteams der Marine und von Hilfsorganisationen versuchen in Kalifornien einen 14,5 Kilometer langen Küstenstreifen am Pazifik von Zehntausenden Litern Öl zu befreien. Arbeiter in Schutzausrüstungen schaufelten am Mittwoch stinkende schwarze Ölflecken von den Stränden, während Boote auf dem Wasser versuchten, zwei grosse Ölteppiche an ihrem Ausbreiten zu hindern.

Das Öl war am Dienstagabend nach dem Bruch einer Pipeline zunächst in einen Kanal und von dort aus in den Pazifik geflossen. Bis zu 400'000 Liter traten laut Behördenschätzungen in der Folge aus. Etwa ein Fünftel davon, rund 79500 Liter, erreichte den Ozean. Um den Ölteppich herum wurde weiträumig ein Fischereiverbot erlassen.

Konzern will Kosten übernehmen

Die Pipeline war nahe Refugio State Beach rund 35 Kilometer nordwestlich von Santa Barbara leckgeschlagen. Sie wurde abgeschottet. Die Betreibergesellschaft Plains All American PipelineLP erklärte, sie bedauere den Vorfall zutiefst. «Plains übernimmt die Verantwortung und zahlt für alles, das mit diesem Austritt verbunden ist», sagte ein Manager des Konzerns, Darren Palmer. Wie hoch die Kosten für die Aufräumarbeiten sind, lässt sich bislang nicht abschätzen.

Die Pipeline wurde laut Unternehmensangaben 1991 gebaut. Es habe zuvor keine Probleme mit ihr gegeben. Als das Leck entdeckt wurde, flossen mehr als 300'000 Liter pro Stunde durch die Leitung. Es dauerte drei Stunden, um sie abzuschotten. Ermittler der Transportbehörde, die für die Sicherheit der Ölpipelines zuständig ist, nahmen Untersuchungen zur Ursache des Lecks auf.

Unklar blieb zunächst, wie lange es dauern wird, den Küstenabschnitt zu reinigen. Die nichtstaatliche Hilfsorganisation Clean Seas, die sich an der ersten Säuberungsarbeiten beteiligte, hatte Schwierigkeiten mit ihren Booten. Denn viel Öl treibe zu nah an der Küsten, teilte Jennifer Williams von der Küstenwache mit.

Grösste Ölkatastrophe der vergangenen Jahren

Es war die grösste Ölkatastrophe der vergangenen Jahre in der Gegend um Santa Barbara, die für hohe Immobilienpreise bekannt ist. Das Umweltschutzzentrum von Santa Barbara äusserte tiefe Sorge über die vielen Walarten, die das Gebiet durchschwimmen. Auf Fotos waren unter anderem Wale zu sehen, die nach dem Pipeline-Bruch nahe dem Ölfeld schwammen. Biologen zählten an Stränden tote Fische und Schalentiere, zwei ölverschmierte Pelikane wurden gefunden.

Am selben Küstenabschnitt hatte sich 1969 das bis dahin grösste Ölunglück der USA ereignet. Damals flossen Tausende Liter Öl von einer Bohrplattform in das Meer, unzählige Seevögel und viele Meeressäuger starben. Nur die Katastrophe um den Öltanker Exxon Valdez 1989 vor der Küste Alaskas und das Leck der Bohrinsel «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko 2010 hatten noch schlimmere Folgen.

Kaum Strandferien

Am kommenden Montag feiern die USA Memorial Day, und normalerweise sind die Strände von Santa Barbara ein beliebtes Ausflugsziel für das lange Wochenende. Nach dem Pipeline-Leck dürften viele Touristen diesmal aber auf ihre Kurzferien am Strand in der Region verzichten.

Plains All American Pipeline entschuldigte sich für den Vorfall und versicherte, alle zu unternehmen, «um die Folgen für die Umwelt zu begrenzen». Umweltschützer befürchten jedoch, dass dies nicht ausreichen wird, um die langfristigen Auswirkungen auf Fauna und Flora einzudämmen. (cho/sda)

Transocean zahlt wegen Ölkatastrophe

Transocean zahlt wegen Ölkatastrophe

Fünf Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat das Zuger Ölbohrunternehmen Transocean mit privaten Klägern und mit dem Konzern BP eine Einigung erzielt.

Transocean verpflichtete sich, zwei Klägergruppen insgesamt 212 Millionen Dollar zu zahlen, wie das texanisch-schweizerische Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die beiden Gruppen umfassen private Kläger und lokale Behörden.

Der Vergleich bedarf noch der Zustimmung des Bezirksgerichts von Louisiana. Das Gericht wird auch die Anwaltskosten festlegen, die Transocean übernehmen muss.

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