Frachter-Havarie: Öl soll abgepumpt werden
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Frachter-HavarieÖl soll abgepumpt werden

Dramatischer Wettlauf gegen die Zeit vor der Küste Neuseelands: Vier Tage nach der Havarie des Containerschiffs «Rena» sind die Bergungsarbeiten zur Vermeidung einer grossen Ölpest in die entscheidende Phase getreten.

Zur Verhinderung einer massiven Umweltkatastrophe haben Einsatzkräfte vor der neuseeländischen Küste am Sonntag das Abpumpen von Treibstoff aus einem havarierten Containerschiff vorbereitet. Die in Liberia registrierte «Rena» war am Mittwoch auf das Astrolabe-Riff rund zwölf Seemeilen vor der Stadt Tauranga aufgelaufen und verlor seitdem Diesel. Befürchtet wurde ein Auseinanderbrechen des Frachters.

Ein weiteres Schiff habe neben der «Rena» beigedreht und werde bald damit beginnen, den Treibstoff aus dem Tank abzupumpen, hiess es in einer Mitteilung der neuseeländischen Wasserschutzbehörde am Sonntag. Die Arbeiten würden mindestens zwei Tage dauern und könnten sich bei schlechtem Wetter weiter verzögern. Für Montag wurden hoher Seegang und starker Wind erwartet.

Insgesamt hat die «Rena» nach Angaben der zuständigen neuseeländischen Behörde 1.700 Tonnen Treibstoff sowie einige Gefahrgüter an Bord, darunter vier Container mit Ferrosilizium. Bislang seien etwa 30 Tonnen Diesel in die Bay of Plenty ausgelaufen. Die Bucht ist bei Fischern, Tauchern und Surfern beliebt. Zunächst solle der Treibstoff abgepumpt werden, dann sollten die Container vom Schiff gebracht werden und schliesslich solle der dann leichtere Frachter vom Riff entfernt werden, erklärte die Behörde Maritime New Zealand.

Greenpeace kritisiert

Bis zum Sonntag wurden acht Seevögel, darunter sechs Pinguine, aus dem Ölteppich gerettet, der eine Länge von etwa fünf Kilometern erreicht hat. Ministerpräsident John Key reiste am Sonntag in die Region und forderte eine Erklärung der Verantwortlichen. Das Schiff sei «mitten in der Nacht mit 17 Knoten bei ruhiger See in ein gut dokumentiertes Riff gerauscht. Also muss uns jemand sagen, warum das passiert ist.» Die griechische Reederei Costamare, der die «Rena» gehört, erklärte, sie arbeite mit den örtlichen Behörden zusammen. Es gehe vor allem darum, Schaden von der neuseeländischen Küste abzuwenden.

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, der Vorfall zeige, wie schwierig es sei, mit Öllecks auf See umzugehen. «Sogar ein langsames und relativ zugängliches Leck wie dieses hat die Reaktionsfähigkeit Neuseelands an ihre Grenzen gebracht», erklärte Greenpeace-Sprecher Steve Abel. Für Wale und Delfine, die in der Gegend derzeit ihre Jungen zur Welt brächten, sei dies eine potenzielle Katastrophe. (dapd)

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