Schiffskollision: Öl-Teppich treibt auf Hamburg zu
Aktualisiert

SchiffskollisionÖl-Teppich treibt auf Hamburg zu

Nach dem Zusammenstoss zweier Schiffe auf der Elbe sind 120 Tonnen Diesel ausgelaufen. Die ersten Versuche der Hamburger Feuerwehr, den stinkenden Öl-Teppich abzusaugen, sind gescheitert.

Auf der Elbe treibt nach einem schweren Schiffsunfall weiter ein stinkender Ölteppich. Hunderttausende Liter Diesel waren bereits in der Nacht zum Mittwoch nach der Kollision zweier Binnenschiffe in den Fluss geströmt. Versuche von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, den Ölfilm am Abend in ein Hafenbecken zu leiten und abzusaugen, sind nach Angaben von Feuerwehr-Sprecher Peter Braun ergebnislos verlaufen.

Nach Angaben des Sprechers der Umweltbehörde, Volker Dumann, wurden am Abend zudem flussabwärts zwei Ölbekämpfungsschiffe in Position gebracht, die den Diesel absaugen sollen, wenn er weiter Richtung Hamburg treibt. Am Donnerstagmorgen war Dumann wegen einer Lagebesprechung zunächst nicht erreichbar.

Die Rettungskräfte sperrten schon am Mittwoch Naturschutzgebiete ab, die von dem Ölteppich bedroht wurden. Für die Gesundheit der Menschen in Hamburg besteht nach Behördenangaben keine Gefahr: Der Gestank könne zwar Kopfschmerzen auslösen, sei aber gesundheitlich unbedenklich. Dagegen sei das Ausmass der Schäden für die Natur noch nicht abzusehen. Mit Ebbe und Flut sollte ein Teil des Diesels auch in die Hamburger Innenstadt vordringen.

Die Elbe wurde für den Schiffsverkehr auf dem Gebiet gesperrt. Die Schiffe stauen sich vor Geesthacht. Nach Behördenangaben werden aber Hochseeschiffe voraussichtlich ungehindert den Hamburger Hafen anlaufen können.

Wie es zu der Kollision kam, war zunächst unklar.

Binnenschifffahrt auf der Elbe

Die Elbe gehört mit Rhein und Donau zu den wichtigsten Verkehrsstrassen für die Binnenschifffahrt in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag auf AP-Anfrage mitteilte, haben 2007 insgesamt 26 076 Schiffe ihre Ladungen an Elbhäfen abgeliefert, 25 813 Schiffe nahmen dort Ladung auf. Allein im Hamburger Hafen luden 11 197 Binnenschiffe Ladung ab, 10 957 nahmen Waren auf. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr auf der Elbe 18 662 Millionen Tonnen Waren be- und entladen. Hamburg nimmt hinter Duisburg und Köln den dritten Rang unter den deutschen Binnenhäfen ein, wie Oliver Rink vom Statistischen Bundesamt sagte.

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