Ölplattform wegen 23-Jähriger evakuiert
Aktualisiert

Ölplattform wegen 23-Jähriger evakuiert

Offenbar falscher Bombenalarm hat am Sonntag die grossangelegte Evakuierung einer Nordseeplattform ausgelöst. Britische Luftwaffe und Küstenwache entsandten 14 Helikopter, um die rund 500 Menschen von der Plattform «Safe Scandinavia» zu holen.

Am Morgen hatte die Polizei einen Bombenalarm erhalten. Hinter der Drohung soll eine 23-jährige britische Angestellte der Plattform stecken. Die «Safe Scandinavia» liegt rund 200 Kilometer vor der schottischen Hafenstadt Aberdeen. Auf ihr sind die Angestellten der benachbarten Bohrinsel «Britannia» untergebracht.

Erst am Nachmittag blies die Polizei die Evakuierung der «Safe Scandinavia» wieder ab. In einer Erklärung hiess es, die Betreibergesellschaft der Plattform habe sich als «Vorsichtsmassnahme» entschlossen, alle Insassen des «schwimmenden Hotels» in Sicherheit zu bringen.

Zu keinem Zeitpunkt sei die Polizei von einem Terrorakt ausgegangen. Die 23-jährige Britin werde derzeit an Land gebracht, teilte ein Polizeisprecher in Aberdeen mit. Nach seinen Angaben droht ihr die Festnahme.

Der schottische Justizminister Kenny Macaskill bestätigte, dass der Fall gelöst sei. In der BBC verteidigte er die grossangelegte Evakuierung. «Mitten im schottischen Winter und in der Nordsee darf man kein Risiko eingehen», sagte er.

Ein Offizier der Luftwaffe hatte den Zwischenfall kurz zuvor als «ungewöhnlich» eingestuft. Er falle aber in den «Bereich unserer normalen Vorgehensweisen». Dagegen sagte eine Quelle innerhalb der Polizei der Nachrichtenagentur AFP, «eine Bagatellsache wurde wie ein schwerer Zwischenfall behandelt». Er wies darauf hin, dass normalerweise die Sicherheit von Bohrinseln höchste Priorität habe. (sda)

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