Ölpreis klettert auf Höchstwerte
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Ölpreis klettert auf Höchstwerte

Die Unsicherheit auf den internationalen Ölmärkten hat sich mit dem Ausfall des grössten US-Ölfelds verstärkt und den Preis kräftig auf neue Rekordstände getrieben.

Ein Barrel (159 Liter) der europäischen Leitsorte Brent verteuerte sich bis zum Abend um mehr als 2,40 Dollar auf ein Allzeithoch von 78,64 Dollar, gab dann aber wieder etwas nach auf Preise um 78,30 Dollar.

Auch US-Leichtöl legte um mehr als zwei Dollar auf 77,10 Dollar zu. Brent ist damit teurer als US-Öl, da Anleger fürchten, die USA könnten ihre Ausfälle durch Käufe in Europa decken.

Der britische Ölkonzern BP hatte am Sonntagabend (Ortszeit) bekannt gegeben, dass ein «kleines» Leck in einer Ölzuleitung zur Trans-Alaska-Pipeline gefunden worden sei, aus dem 4 bis 5 Barrel Öl ausgelaufen seien.

Deshalb werde das Ölfeld Prudhoe Bay im Norden Alaskas teilweise geschlossen. Das werde einige Tage in Anspruch nehmen und die Produktion um 400 000 Barrel täglich verringern.

Prudhoe Bay ist Teil des riesigen Fördergebiets im Norden Alaskas und repräsentiert rund 8 Prozent der US-Gesamtförderung. Weltweit nimmt die Fördermenge pro Tag damit um ein halbes Prozent ab.

Der Ölmarkt wird momentan durch die starke weltweite Nachfrage und die Probleme im Nahen Osten und Nigeria beeinflusst. Auch die Hurrikan-Saison hat inzwischen begonnen. Dies könnte zu einer Gefährdung der US-Ölförderung im Golf von Mexiko führen, falls es wie im Vorjahr zu schweren Hurrikans kommen sollte.

Forcierte Investitionen in Ölförderung

Der hohe Ölpreis beeinflusst auch die Investitionslaune der Ölmultis. Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Lehman Bros. bei 300 Ölfirmen wollen die Unternehmen in diesem Jahr ihre Investitionen um einen Fünftel auf rund 261 Mrd. Dollar steigern.

Dabei gehen die Unternehmen von einem durchschnittlichen Rohölpreis von 55,70 Dollar je Barrel (159 Liter) aus, das sind rund 20 Dollar weniger als der aktuelle Preis. Die Ausgaben sollen zudem erst wieder reduziert werden, wenn der Ölpreis unter 42 Dollar je Barrel sinkt.

So will der profitabelste Konzern ExxonMobil mit einem Quartalsgewinn von 10,4 Mrd. Dollar in diesem Jahr 20 Mrd. Dollar investieren. Ähnlich sieht es bei Shell aus, wo ein Quartalsgewinn von 6,3 Mrd. Dollar zu verzeichnen war und die Investitionen 19 Mrd. Dollar in diesem und 21 Mrd. Dollar im nächsten Jahr betragen sollen.

Notiz: Die Meldung bsd186 wurde ersetzt. Neu sind Titel, Lead sowie die ersten zwei Abschnitte.

(sda)

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