Industrie : Oerlikon verkauft Solarsparte an Japaner
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Industrie Oerlikon verkauft Solarsparte an Japaner

Die japanische Tokyo Electron übernimmt vom Schweizer Industriekonzern Oerlikon die Solarsparte. Noch ist der Deal aber nicht unter Dach und Fach.

Der Technologiekonzern Oerlikon verkauft seine Solarsparte an die japanische Tokyo Electron. Finanzielle Details gab Oerlikon nicht bekannt. Nähere Angaben zu der Transaktion soll es an der Bilanzmedienkonferenz vom Montag geben.

Der Verkauf sei die «beste Lösung für die Mitarbeitenden», hiess es in einem Communiqué. Über einen eventuellen Stellenabbau wurde nichts bekannt. Die Transaktion soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden. Am Firmensitz von Oerlikon war niemand für nähere Auskünfte erreichbar.

Durch die Trennung von der auf Dünnschichtsolaranlagen spezialisierten Oerlikon Solar wolle Oerlikon sich auf die ertragsstarken Unternehmensteile konzentrieren. Die Solarindustrie steht derzeit weltweit im Gegenwind. Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden mehrere Länder genehmigt werden.

Oerlikon Solar selbst sei bereits stark auf Asien ausgerichtet, heisst es im Oerlikon-Communiqué. Mit Tokyo Electron Ltd. (TEL) bestehe seit drei Jahren eine Vetriebspartnerschaft, so dass die Japaner das Solargeschäft von Oerlikon sehr gut kennen würden. TEL wolle als strategischer Käufer ein Solar-Kerngeschäft entwickeln.

In der Medienmitteilung wird TEL-Konzernchef Horoshi Takenaka zitiert, sein Unternehmen habe sich als Vertriebspartner von den technischen Stärken von Oerlikon Solar überzeugt. Der Einstieg in die Produktion von Photovoltaikanlagen sei wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Gewerkschaft beunruhigt

Die Gewerkschaft Unia hatte am Donnerstag zu Gerüchten um eine Verlagerung der Produktion der Oerlikon Solar von Trübbach SG in den fernen Osten Stellung genommen. Es gehe um 600 Arbeitsplätze, schrieb Unia im Communiqué.

Die Gewerkschaft bot der Unternehmensleitung Gespräche für den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort Trübbach an. Das Mindeste sei die Aushandlung eines akzeptablen Sozialplans.

Die Solarsparte von Oerlikon erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 254 Mio. Franken. Der Gesamtkonzern unterzog sich 2009/2010 einer Rosskur und sah sich 2011 nach neun Monaten auf Kurs. In dieser Periode stieg der Umsatz um 24 Prozent auf rund 3,1 Mrd. Franken.

TEL, der Käufer, unterhält weltweit 85 Standorte und beschäftigt gut 11'000 Personen. 2011 erreichte der Umsatz 668 Mrd. Yen (6,2 Mrd. Fr). TEL ist nach Oerlikon-Angaben führend bei Anlagen für die Halbleiterproduktion. Die dabei entwickelten Fähigkeiten nutzt das Unternehmen auch für Flachbildschirme und PV-Module.

Oerlikon Solar hat den Hauptsitz in Trübbach SG und beschäftigt an acht Standorten weltweit 675 Personen. Die Sparte bietet Anlagen und Produktionslinien zur Fertigung von Dünnschichtsilizium- Solarmodulen an.

(sda)

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