Zu hohe Fallzahlen: Österreich führt die Corona-Ampel ein

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Zu hohe FallzahlenÖsterreich führt die Corona-Ampel ein

Neu ist online mittels eines Farbsystems ersichtlich, welche Regionen in Österreich besonders vom Corona-Virus betroffen sind.

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In Österreich gibt es neu die Corona-Ampel. 

In Österreich gibt es neu die Corona-Ampel.

corona-ampel.gv.at
Sie gibt für verschiedene Regionen Österreichs Auskunft, wie die aktuelle Corona-Lage ist.

Sie gibt für verschiedene Regionen Österreichs Auskunft, wie die aktuelle Corona-Lage ist.

corona-ampel.gv.at
Für einige wenige Gebiete Österreichs, darunter Wien (im Bild oben rechts gelb) gilt momentan «Mittleres Risiko».

Für einige wenige Gebiete Österreichs, darunter Wien (im Bild oben rechts gelb) gilt momentan «Mittleres Risiko».

corona-ampel.gv.at

Darum gehts

  • Österreich führt die Corona-Ampel ein.
  • Sie soll darüber Auskunft geben, wie gefährlich sich die Corona-Lage in verschiedenen österreichischen Regionen präsentiert.
  • Vier Abstufungen kennt die Ampel. Für einige Regionen gilt bereits die Warnstufe «Mittleres Risiko».

In Österreich startet am Freitag ein Corona-Warnsystem in Form einer vierfarbigen Ampel. Die Infektionslage in jeder Region soll wöchentlich bewertet werden und im Internet in einer Farbstufe von Grün (niedriges Risiko) über Gelb und Orange bis Rot (sehr hohes Risiko) erscheinen. Für jede Stufe sollen konkrete Massnahmen gelten.

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober betonte: «Grün ist kein Freipass.» Grün bedeute nicht, dass keine Gefahr herrscht. die Ampel sei nichts Statisches, sondern im Gegenteil etwas Dynamisches. Ab der gelben Stufe soll gemäss Anschober eine Maskenpflicht für den gesamten Geschäftsbereich gelten.

Die vier Warnstufen der Corona-Ampel

Die vier Warnstufen der Corona-Ampel

corona-ampel.gv.at

Bereits auf Gelb geschaltet sind vier Grossstädte Österreichs. Es sind das neben der Hauptstadt Wien die Städte Linz und Graz und Kufstein. Vizekanzler Werner Kogler äusserte sich zum Ziel der Ampel: «Wer ist schneller, das Virus oder wir?» Die Ampel sei ein transparentes Mittel damit jeder Bescheid weiss, wie gefährlich eine Region sei.

Ein Kriterium ist dabei wie bei der Corona-Obergrenze in Deutschland die Entwicklung der Fallzahlen in den vorherigen sieben Tagen, zusätzlich wird aber die Auslastung der Krankenhäuser, die Nachverfolgbarkeit der Ansteckungsketten und das Verhältnis durchgeführter Tests zur Zahl der positiven Nachweise berücksichtigt. Nachdem eine Expertenkommission wöchentlich die Lage bewertet, soll die tatsächliche Entscheidung über die Ampelfarbe aber bei der Regional- und Bundespolitik liegen.

Gesetzliche Grundlage fehlt noch

Welche Massnahmen konkret durch die jeweiligen Farbstufen ausgelöst werden sollen, blieb bis vor dem Start der Ampel offen. Mit der ersten Veröffentlichung der «Corona-Ampel» am Freitag sollen auch die entsprechenden Regeln angezeigt werden. Die gesetzliche Grundlage für Massnahmen wie etwa Betretungsverbote kann jedoch erst Ende September vom Parlament beschlossen werden, nachdem das Verfassungsgericht die Corona-Verordnung aus dem Frühjahr teils kassierte hatte.

Eine rote Ampel soll dabei nach Aussage von Gesundheitsminister Rudolf Anschober nicht automatisch einen weiteren Lockdown zur Folge haben. Der Grünen-Politiker kündigte an, dass erst die Regierung und der Hauptausschuss des Parlaments herangezogen werden sollen. Das Bildungsministerium hatte bereits verschiedene Massnahmen in den Schulen je nach Ampelfarbe angekündigt: So soll bei einer roten Ampel etwa auf Heimunterricht umgestellt werden.

Die Corona-Zahlen in Österreich sind zuletzt deutlich gestiegen. Am Donnerstag wurde mit 403 erfassten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 seit dem Vortag ein neuer Höchststand seit dem Sommer erreicht. Rund 3500 Menschen gelten als aktiv erkrankt. «Diese Zahl ist zu früh zu hoch», warnte Anschober am Montag.

(SDA, her)

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