Österreich interessiert an Schweizer Tiger-Jets
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Österreich interessiert an Schweizer Tiger-Jets

Bundesrat Samuel Schmid und der österreichische Verteidigungsminister Günther Platter haben Anfang Woche verschiedene Optionen erörtert.

Platter sprach von einer «ernst gemeinten» Variante und schloss den Einsatz der Jets in Österreich noch 2004 nicht aus.

Um wie viele Kampfflugzeuge es geht, sagte VBS-Sprecher Martin Bühler mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht. Offen ist ebenfalls, ob die Flugzeuge verkauft werden sollen oder ob sie allenfalls auch ausgeliehen werden könnten. «Es werden verschiedene Optionen geprüft», sagte der Sprecher des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) lediglich. Bundesrat Schmid und der österreichische Verteidigungsminister haben sich am vergangenen Montagabend in der Nähe von Zürich getroffen, um darüber zu reden.

Österreich interessiert sich für den Northrop F-5-Kampfjet als Übergangslösung bis zum Eintreffen der Eurofighter. Ab 2009 soll das Bundesheer über 18 Eurofighter verfügen. Derzeit stehen in Österreich aber lediglich noch einige schwedische Draken-Kampfjets im Einsatz. Der österreichische Verteidigungsminister Platter sprach in einem Interview der Nachrichtenagentur APA bezüglich der Schweizer Tiger von einer «ernst gemeinten» Variante. «Wenn F-5, dann so rasch wie möglich», wurde er zitiert. Der Betrieb könnte noch in diesem Jahr starten. Auch Platter wollte keine Details zu den laufenden Verhandlungen bekannt geben. Fix sei nur, dass die Maschinen mit österreichischen Hoheitsabzeichen von österreichischen Piloten unter österreichischer Befehlsgewalt geflogen werden müssten.

In der Schweiz stehen die Tiger-Kampfflugzeuge nach wie vor zusammen mit dem F/A-18 für luftpolizeiliche Aufgaben im Einsatz. Die Schweiz hatte in den Jahren 1976 und 1981 110 Tiger-Kampfflugzeuge für insgesamt 1,94 Milliarden Franken beschafft. Anfang 2003 standen noch 101 Kampfjets im Dienst der Schweizer Luftwaffe. Im Rahmen von Armee XXI ist eine Reduktion auf 54 Flugzeuge geplant.

Im Frühling 2003 hatte die Schweiz bereits das erste von 32 ausgemusterten Tiger-Kampfflugzeugen an die USA ausgeliefert, die den Kampfjets noch zu Ausbildungszwecken weiterverwenden wollen. Die Lieferung des ersten Flugzeugs in die USA war von Bundesrat Samuel Schmid unmittelbar vor Kriegsbeginn in Irak zunächst gestoppt worden, durch einen Bundesratsentscheid zur Aufhebung der neutralitätsrechtlichen Massnahmen im Fall des Irak-Konflikts aber dann doch ermöglicht worden. Das gesamte Tiger-Geschäft mit den USA hat ein Volumen von 25 Millionen Franken. (dapd)

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