Österreich macht Ernst mit dem Tierschutz
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Österreich macht Ernst mit dem Tierschutz

In Österreich gilt vom kommenden Jahr an eines der europaweit schärfsten Tierschutzgesetze. Der Einsatz von Legebatterien wird verboten.

Ein entsprechender Entwurf, der unter anderem die Käfighaltung für Hühner und das Halten wilder Tiere verbietet, wurde am Donnerstag einstimmig vom Parlament angenommen. Kanzler Wolfgang Schüssel lobte das Gesetz als «vorbildlich für den Respekt vor Tieren» und kündigte an, er werde sich auch für die Einführung schärferer Tierschutzbestimmungen in der EU einsetzen.

Mit dem bundeseinheitlichen Gesetz wird Tierquälerei künftig weit schärfer bestraft; mit 2.000 Euro und im Extremfall bis zu 15.000 Euro. Geahndet werden etwa der Einsatz von Stachelhalsbändern oder Elektroschock-Dressurgeräten für (Polizei-) Hunde und Tierwettkämpfe. Auch für den Verkauf und das Halten von Haustieren gelten schärfere Bestimmungen. Hunde und Katzen dürfen nicht mehr in Tierhandlungen gehalten und verkauft werden. Das Stutzen von Ohren und Schwänzen bestimmter Hunderassen wird ebenso verboten wie die Kastration von Schweinen mit Gummibändern.

Einen grossen - von Landwirtschaftsverbänden heftig bekämpften - Fortschritt bringt das Gesetz für die Hühnerhaltung. Der Einsatz von Legebatterien wird verboten. Nach einer Übergangsphase von 15 Jahren sind nur noch so genannte ausgestaltete Käfige, die dem Geflügel mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen, zugelassen.

Der Bauernverband warnte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur APA, das Tierschutzgesetz werde die massive Einfuhr wegen lockererer Bestimmungen weit billigerer Geflügelprodukte aus dem Ausland zur Folge haben. Schüssel sagte dagegen, das neue Gesetz gebe «Produzenten und Konsumenten ein gutes Gefühl», da der Tierschutz auf das international höchste Niveau angehoben werde.

Zirkusbesucher werden künftig keine Löwen mehr durch die Arenen springen sehen: Keine Art von Wildtieren darf noch gehalten werden. Bei Zoos, die schliessen, müssen die Behörden geeignete Ersatzunterkünfte für Krokodile, Elefanten, Giraffen oder Tiger finden.

Ein Ombudsmann für Tiere in jedem Bundesland soll vom kommenden Jahr an über die Einhaltung der neuen Bestimmungen auf Weiden und Bauernhöfen, in Tierhaltungen und Zoos wachen. Das Gesundheitsministerium muss dem Parlament alle zwei Jahre einen Tierschutzbericht vorlegen. (dapd)

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