Lockerung: Österreich macht Grenze auf – Einkaufstourismus bleibt verboten
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LockerungÖsterreich macht Grenze auf – Einkaufstourismus bleibt verboten

Österreich macht überraschenderweise schon morgen Ernst mit den Grenzlockerungen. Beim Bund nimmt man dies zur Kenntnis.

von
Claudius Seemann
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Österreich hebt ab Donnerstag alle Grenz- und Gesundheitskontrollen an den Grenzen zu den Nachbarländern mit Ausnahme Italiens auf.

Österreich hebt ab Donnerstag alle Grenz- und Gesundheitskontrollen an den Grenzen zu den Nachbarländern mit Ausnahme Italiens auf.

KEYSTONE / Gian Ehrenzeller
Ursprünglich hatten sich Deutschland, Österreich, die Schweiz und Frankreich darauf geeinigt, am 15. Juni die Grenzen zu öffnen. Wie bereits Italien öffnet Österreich nun als zweites Nachbarland einseitig die Grenze.

Ursprünglich hatten sich Deutschland, Österreich, die Schweiz und Frankreich darauf geeinigt, am 15. Juni die Grenzen zu öffnen. Wie bereits Italien öffnet Österreich nun als zweites Nachbarland einseitig die Grenze.

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Beim Staatssekretariat für Migration nehme man dies so zur Kenntnis.

Beim Staatssekretariat für Migration nehme man dies so zur Kenntnis.

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Darum gehts

  • Österreich gab überraschend bekannt, die Grenze zur Schweiz am Donnerstag zu öffnen.
  • Ursprünglich war dies erst am 15. Juni geplant.
  • Beim Staatssekretariat für Migration weist man darauf hin, dass Einkaufstourismus trotzdem noch verboten sei.
  • Für Roland Rino Büchel (SVP) zeigt dies, dass EU-Länder mehr an Grenzöffnungen interessiert sind als die Schweiz.

Österreich hebt ab Donnerstag alle Grenz- und Gesundheitskontrollen an den Grenzen zu den Nachbarländern mit Ausnahme Italiens auf. Das gab Aussenminister Alexander Schallenberg überraschend bekannt. Für insgesamt sieben umliegende Länder inklusive der Schweiz werde es dann keine Quarantäne oder Test-Erfordernisse bei der Einreise nach Österreich mehr geben. Nur die Grenze nach Italien bleibe vorerst noch zu. Eine Öffnung werde es erst geben, «wenn es die Zahlen zulassen».

Ursprünglich hatten sich Deutschland, Österreich, die Schweiz und Frankreich darauf geeinigt, am 15. Juni die Grenzen zu öffnen. Wie bereits Italien öffnet Österreich nun als zweites Nachbarland einseitig die Grenze.

Einkaufstourismus bleibt verboten

Daniel Bach, Sprecher des Staatssekretariats für Migration, sagt gegenüber der Zeitung «Liechtensteiner Vaterland»: «Wir nehmen dies so zur Kenntnis. Die österreichischen Behörden entscheiden selbstverständlich eigenständig über Öffnungen der Grenzen zu den Nachbarländern.»

Die Schweiz werde die Grenzen zu Österreich, Deutschland und Frankreich jedoch wie geplant am 15. Juni öffnen, sofern es die pandemische Lage erlaube. «Einkaufstourismus bleibt weiterhin verboten», so Bach.

«Offene Grenzen in EU wichtiger als bei uns»

«Es zeigt sich einmal mehr, dass die offenen Grenzen für die Partnerländer in der EU offenbar wichtiger sind als für uns. Sie merken mittlerweile, dass ihnen etwas fehlt», sagt Roland Rino Büchel, SVP-Nationalrat aus dem Kanton St. Gallen, zur einseitigen Grenzöffnung Österreichs. «Es zeigt auch, dass jedes Land in dieser Situation nun die eigenen Interessen durchsetzen will und selber bestimmen möchte.»

Büchel rät allerdings davon ab, dass die Schweiz nachzieht und für Österreicher die Grenze öffnet: «Der Bundesrat soll sich dadurch jetzt nicht unter Druck setzen lassen. Wir bestimmen, wann wir wieder aufmachen», so Büchel. Wenn man dies per sofort tue, könne es sehr schnell zu unkontrollierten Zuständen kommen. «Wenn wir die Grenze zu Österreich bereits jetzt aufmachen, werden wir die tiefen Fallzahlen nicht halten können», so Büchel.

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