Reisen einschränken: Österreich verschärft und lockert zugleich
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Reisen einschränkenÖsterreich verschärft und lockert zugleich

Am Montag dürfen in Österreich Schulen, Museen und Geschäfte wieder öffnen. Die Grenzkontrollen zu allen Nachbarländern werden verschärft.

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Die Grenzen zu anderen Nachbarländern werden künftig stärker kontrolliert. Das verkündete der österreichische Innenminister Karl Nehammer am Sonntag. 

Die Grenzen zu anderen Nachbarländern werden künftig stärker kontrolliert. Das verkündete der österreichische Innenminister Karl Nehammer am Sonntag.

REUTERS
Die Grenzen zu den Nachbarländern werden künftig stärker kontrolliert. 

Die Grenzen zu den Nachbarländern werden künftig stärker kontrolliert.

Helmut Fohringer/APA/dpa
In Österreich werden die Corona-Massnahmen am Montag gelockert.

In Österreich werden die Corona-Massnahmen am Montag gelockert.

AFP

Nach sechs Wochen Corona-Lockdown öffnen in Österreich am Montag die Geschäfte wieder. Auch Kinder und Jugendliche dürfen – teilweise im Schichtbetrieb und mit regelmässigen Corona-Tests – wieder in die Schule in den Präsenzunterricht gehen. Friseure können Kunden wieder die Haare schneiden. Es gelten verschärfte Hygienemassnahmen. Das Tragen einer besonders schützenden FFP2-Maske wird nahezu überall Pflicht. Die Zahlen der Neuinfektionen sind weiterhin vergleichsweise hoch. Die Politik schliesst einen weiteren Lockdown nicht aus.

Für den Besuch eines körpernahen Dienstleisters, wie es Masseure oder Friseure sind, ist künftig auch ein negativer Corona-Test nötig. Das Ergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein. Dafür wurde das Angebot für kostenlose Testungen auf fast 1000 Stationen ausgebaut. In Betrieben gibt es eine breite Testoffensive. Bis Ende Februar sollen zudem Gratistests in Apotheken im ganzen Land verfügbar sein. Dies würde vor allem der älteren Bevölkerung helfen, die weniger mobil ist, und das Angebot auf dem Land ausbauen.

Museen können nun ebenfalls wieder besucht werden. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen bleiben bestehen. Wann die Hotellerie und die Gastronomie wieder aufsperren darf, blieb unklar. Keinesfalls vor März, teilte die Regierung mit.

Zahlen stagnieren derzeit

Zunächst blieb unklar, ob es spezielle Massnahmen für das Bundesland Tirol geben wird. Die Verhandlungen dazu liefen den ganzen Tag, wurden am späten Sonntagabend vertagt. In Tirol war die ansteckendere Südafrika-Variante des Coronavirus vermehrt aufgetreten. Daher forderten Wissenschaftler eine schnelle Isolierung einzelner Orte oder des ganzen Bundeslandes an der Grenze zu Deutschland, um die Verbreitung der Mutation zu unterbinden. Tirols Regierung wehrte sich aber lautstark gegen jede neue Massnahme. Eine Entscheidung wurde nun am Montag erwartet.

Die Zahlen der durchschnittlichen täglichen Neuansteckungen in Österreich stagnierten zuletzt trotz Lockdowns. Am Sonntag wurden 1317 Neuinfektionen vermeldet. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz lag bei 107 pro 100 000 Einwohner. Der deutsche Wert betrug 75,6.

Grenzkontrollen auch zur Schweiz verschärft

Bundeskanzler Sebastian Kurz nannte im Januar als Zielwert, dass es mit Ende des Lockdowns nur noch 600 bis 700 Neuinfektionen pro Tag geben dürfe – eine Inzidenz von etwa 50. Diese Werte wurden nie erreicht. Gesundheitsminister Rudolf Anschober hoffte, dass es keinen weiteren Lockdown brauche. «Aber ausschliessen kann das auf dieser Welt niemand», sagte er der «Kronen Zeitung» am Sonntag.

Seit Beginn der Pandemie sind in Österreich mit seinen knapp neun Millionen Einwohnern mehr als 8000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

Aus Sorge vor der weiteren Verbreitung des Coronavirus kündigte Österreich zudem an, Grenzkontrollen zu allen Nachbarländern ab Montag massiv zu verschärfen. So sollen alle nicht notwendigen Reisen in der Pandemie verhindert werden. «Die Grenzkontrollen dienen als Wellenbrecher für Infektionsketten, die gerade durch neue Virusmutationen immer gefährlicher werden», sagte Innenminister Karl Nehammer.

Jeder Reisende muss künftig beim Grenzübertritt einen negativen Coronatest vorlegen. Ausnahmen gibt es nicht mehr. Auch sei eine zehntägige Quarantäne einzuhalten. Pendler müssen sich – wie andere Einreisende auch – nun online registrieren und einmal pro Woche einen negativen Coronatest vorzeigen. Um mögliche Grenzübertritte von Touristen zu verhindern, kündigten die Behörden zudem verstärkte Kontrollen in Skigebieten an.

(DPA)

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293 Kommentare
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Impfstrategie

08.02.2021, 17:03

Ich bin davon ausgegangen, dass es reicht, wenn sich die Risikogruppen impfen lassen. Sobald 10% der Bevölkerung geimpft ist, können wir die Einschränkungen aufheben. Liege ich da falsch?

Alberto

08.02.2021, 14:49

Einfach zuhause bleiben und nirgendwo hinreisen ist das so schwer zu begreifen . Reisen sind für mich erledigt auch wenn man wieder könnte, fliegen tu ich schon seit Jahren nicht mehr!

Reto1957

08.02.2021, 09:31

Auch eine Art: Man erlaubt den Coiffeuren und weiteren körpernahen Dienstleistern die Wiederaufnahme der Tätigkeit, verlangt aber einen PCR-Test von jedem Kunden. Kosten Haareschneiden Männer: ca. 30 Euro. Kosten PCR-Test: ca. 70 Euro. Ich glaube, die Kurzhaarschneider werden reissenden Absatz finden und die Coiffeure vergebens nach Kunden Ausschau halten - ausser die Politiker natürlich. Es sei denn: Der Corona-Test werde wirklich vom Staat bezahlt. Doch schlussendlich ist es doch wieder der Steuerzahler, der für die Zeche aufkommen muss. Die kamen ja bisher schon immer gestriegelt daher. Wie haben die das trotz Lockdown wohl gemacht? Zudem: Der harte Lockdown ist zumindest in der Schweiz eine gute Gelegenheit, um überzählige durch den Staat teuer eingekaufte, am Lager liegende Masken loszuwerden. Drum ist auch in der Schweiz eine Verlängerung bzw. allenfalls eine Verschärfung des Lockdowns zu erwarten.