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Österreich verzögert Auslieferung von Bancomat-Räubern

Die vier in Österreich verhafteten mutmasslichen Bancomat-Räuber werden vorerst nicht an die Schweiz ausgeliefert.

Sie müssen vorher - und zwar nur wegen Fahrzeugdiebstählen - vor ein österreichisches Gericht und dort auch die Strafe verbüssen.

Das Amtsstatthalteramt Hochdorf LU, das die Untersuchungen der 26 Fälle von versuchtem oder vollendeten Bancomat-Diebstahl in neun Kantonen koordiniert, hatte Ende Oktober einen Haftbefehl erlassen und ein Auslieferungsbegehren gestellt. Die Behörden gehen davon aus, dass das inhaftierte Quartett mit all diesen Diebstählen zu tun hat.

Bis die vier Rumänen in der Schweiz sind, wird es aber dauern, wie der zuständige Amtsstatthalter Josef Hirsiger am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Zuerst müsse - wie es üblich sei - in Österreich das Strafverfahren abgeschlossen sein und der Strafvollzug durchgeführt werden.

40-Tage-Frist auf Eis

Erst danach werde die 40-tägige Frist des Auslieferungsgesuchs zu laufen beginnen. Die vier Rumänen müssten sich gegenüber der österreichischen Justiz «nur» wegen Fahrzeugdiebstählen verantworten, nicht etwa wegen Einbrüchen oder anderen Diebstählen.

Darum könne man wohl davon ausgehen, dass der Fall in Österreich «in einigen Monaten» abgeschlossen sein werde, sagte Hirsiger. Erst danach würden die am 16. Oktober im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet verhafteten mutmasslichen Bancomat-Räuber in der Schweiz befragt werden können.

Im Übrigen ist die Schweiz möglicherweise nicht das einzige Land mit einem Auslieferungsgesuch. Auch in Deutschland und in Luxemburg gab es ähnliche Fälle von Bancomat-Diebstählen. In den drei Ländern wurden mehr als 100 Geldautomaten auf brachiale Weise geknackt und fünf Millionen Euro erbeutet. (sda)

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