Steigende Flüchtlingszahlen: Österreich will Grenze zu Italien kontrollieren

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Steigende FlüchtlingszahlenÖsterreich will Grenze zu Italien kontrollieren

Der österreichische Verteidigungsminister plant 750 Soldaten am Brenner-Pass zu stationieren, sollte die Zahl der Flüchtlinge aus Italien nicht abnehmen.

von
chk
Er hält einen «Assistenzeinsatz» des österreichischen Bundesheeres «für unabdingbar, wenn der Zustrom nach Italien nicht geringer wird»: Der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil. (Archivbild)

Er hält einen «Assistenzeinsatz» des österreichischen Bundesheeres «für unabdingbar, wenn der Zustrom nach Italien nicht geringer wird»: Der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil. (Archivbild)

Keystone/Hans Punz

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen in Italien will Österreich Kontrollen am Brenner-Pass einführen und im Grenzgebiet auch Soldaten stationieren. Dies kündigte der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil in einem Zeitungsinterview an.

Doskozil sagte der «Kronen Zeitung» vom Montag, die Kontrollen sollten «sehr zeitnah» eingeführt werden. Er halte einen «Assistenzeinsatz» des österreichischen Bundesheeres «für unabdingbar, wenn der Zustrom nach Italien nicht geringer wird».

Für den Einsatz zur Grenzsicherung sind dem Bericht zufolge 750 Soldaten verfügbar. Am Wochenende hatte das österreichische Verteidigungsministerium vier gepanzerte Fahrzeuge in das Grenzgebiet verlegen lassen.

Österreich kontrolliert Grenze zu Ungarn

Wegen der hohen Flüchtlingszahlen hatte Deutschland im September 2015 als erstes Schengen-Land Kontrollen an der Grenze Bayerns zu Österreich eingeführt. Es folgten Österreich, Dänemark, Schweden und Norwegen. Österreich kontrolliert bisher nur seine Grenze zu Ungarn, bereitet sich aber schon länger auch auf eine Abriegelung des Brenner-Passes an der Grenze zu Italien vor.

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind im ersten Halbjahr 2017 bereits 83'650 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien gelangt – fast ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr als 2000 Menschen sind seit Jahresbeginn bereits bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben gekommen. (chk/sda)

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