Aktualisiert 28.08.2005 17:42

Österreicher graben Neat – Marti baut 100 Stellen ab

Ein Schweizer Bauunternehmer muss 100 Leute entlassen, weil die österreichische Konkurrenz den letzten grossen Neat-Bauauftrag erhielt.

Auf Grund der konsequenten Vergabepraxis der SBB-Tochter Alp Transit Gotthard (ATG) hat das österreichische Bauunternehmen Strabag den Zuschlag für den 415 Millionen Franken schweren Neat-Bauauftrag bekommen. Das Angebot der Österreicher war nur 2,6 Millionen Franken oder 0,6 Prozent günstiger als das des Berner Unternehmens Marti.

Das hat Folgen: Marti sieht sich gezwungen, 100 Arbeitskräfte zu entlassen, erklärt Paul Balmer, Mitglied der Zentralleitung der Marti Holding gegenüber der «SonntagsZeitung». Für ihn und für die Gewerkschaft Syna geht der Schuss deswegen nach hinten los: Die Kosten für 100 arbeitslose Tunnelarbeiter würden schon nach vier Monaten die 2,6 Millionen Franken Differenz übertreffen.

Auf diese Weise spare die ATG letztlich auf Kosten des Gemeinwohls. Daher fordert die Marti AG, dass bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen künftig zusätzliche Kriterien wie die Anzahl der geschaffenen Schweizer Arbeitsplätze oder die Lehrlingsausbildung zu berücksichtigen seien. SVP-Präsident Ueli Maurer will dazu in der Herbstsession eine Interpellation einreichen.

(wil)

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