Viel Stadt in wenig Zeit: Österreicher in Berner Trams auf Rekordjagd
Aktualisiert

Viel Stadt in wenig ZeitÖsterreicher in Berner Trams auf Rekordjagd

Das gesamte Schienennetz von Bernmobil in möglichst kurzer Zeit fahren: Der Wiener Andreas W. Dick hat ein ungewöhnliches Hobby.

von
cho
1 / 5
Andreas W. Dick erkundet Orte mit dem städtischen ÖV. Sein Ziel: Das gesamte Schienennetz in möglichst kurzer Zeit zu befahren.

Andreas W. Dick erkundet Orte mit dem städtischen ÖV. Sein Ziel: Das gesamte Schienennetz in möglichst kurzer Zeit zu befahren.

Am Mittwoch war der Rekordjäger in Bern zu Besuch, um das hiesige Streckennetz abzufahren.

Am Mittwoch war der Rekordjäger in Bern zu Besuch, um das hiesige Streckennetz abzufahren.

Keystone/Peter Klaunzer
Die Route hat er bereits im Vorfeld akribisch geplant.

Die Route hat er bereits im Vorfeld akribisch geplant.

Andreas W. Dick plant eine ungewöhnliche Sightseeing-Tour durch Bern. Der Wiener will innert weniger Stunden das gesamte Schienennetz von Bernmobil abfahren: «Bern ist ein weisser Fleck auf meiner Landkarte, das wird sich jedoch ändern», sagt der 48-Jährige. Das Tram sei ein hervorragendes Reisemittel, um eine Stadt kennenzulernen: «Man sieht viel und bekommt ein Gefühl für die Einwohner.»

Das Schienennetz von Bernmobil ist über 40 Kilometer lang. Davon wird Dick jedoch einige Passagen doppelt fahren müssen. Er wird die Zeit im Tram jedoch nicht alleine absitzen: «Ein Einheimischer, der mir was über die Stadt erzählen kann, begleitet mich.» Auf diese Weise werde es nicht langweilig und er erhalte einen tieferen Einblick ins Berner Stadtleben. Während seiner Tour wird Dick auch die Gurtenbahn sowie das Marzilibähnli nehmen.

Rekordfahrt in 11 Städten

Es ist nicht das erste Mal, dass der Motorjournalist das Streckennetz einer ganzen Stadt abfährt – es ist sein Hobby. «Ich versuche jeweils, das gesamte Schienennetz in möglichst kurzer Zeit abzufahren.» So bezeichnet er seine Städtetouren als Rekordfahrten. Einen Eintrag im Guinness-Buch haber er aber nicht: «Das ist wahnsinnig bürokratisch und aufwendig.»

Dick hat solche Projekte bereits in elf anderen europäischen Städten durchgeführt: So glitt er etwa bereits durch Lyon, Berlin, Innsbruck oder Zürich. «Jetzt ist Bern an der Reihe. An der Stadt fasziniert mich etwa der SCB mit seiner enormen Fangemeinde», sagt Dick. Aus diesem Grund wird er auch während seiner Fahrt ein SCB-Shirt tragen.

Positive Berner

Freude machen ihm auch die Bernmobil-Passagiere: «Als Bernmobil auf Facebook mein Vorhaben postete, habe ich nur positive Kommentare gelesen. Die Berner scheinen sehr zufrieden zu sein mit ihrem ÖV.» In den meisten Städten sei dies anders.

Bernmobil setzt auf Hybrid-Busse

Ab Ende September fahren in Bern 21 neue, umweltfreundliche Busse.

Beim Transportunternehmen freut man sich über den Besuch des Rekordjägers:«Wir werden Herrn Dick unterstützen, wo wir nur können», so Sprecher Rolf Meyer. Das Unternehmen hat sogar ein Gewinnspiel auf Facebook veröffentlicht: Wer errät, wie lange Dick für seine Rekordfahrt braucht, gewinnt eine Libero-Tageskarte für die entsprechenden Zonen.

Lange Tramtradition in Bern

Seit 125 Jahren gibt es in Bern den öffentlichen Schienenverkehr. Seinen Anfang nahm er mit einer Tramlinie zwischen Bärengraben und Bahnhof. Heute nutzen 100 Millionen Passagiere jährlich den Berner ÖV. Auf dem 160 Kilometer langen Streckennetz hat Bernmobil dafür 57 Trams und 140 Busse im Einsatz. 25 Prozent des Streckennetzes werden mit Trams abgedeckt, sie transportieren jedoch etwa die Hälfte der Passagiere. Die Tramlinie 6 vom Fischermätteli bis Worb ist mit 13 Kilometern die längste. Tram Nummer 3, vom Hauptbahnhof bis ins Weissenbühl-Quartier, fährt mit rund 2 km auf der kürzesten Linie. Die

längste Buslinie misst über 20 Kilometer und führt vom Flughafen Bern Belp nach Konolfingen.

Deine Meinung