ÖV-Marathon in Bern: Österreicher schafft das Tramnetz in 4,5 Stunden
Aktualisiert

ÖV-Marathon in BernÖsterreicher schafft das Tramnetz in 4,5 Stunden

Über 40 Kilometer Schienennetz von Bernmobil fuhr Andreas W. Dick heute ab. Er spricht von einer «Rekordzeit» – das sehen jedoch nicht alle so.

von
cho
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Andreas W. Dick erkundet Orte mit dem städtischen ÖV. Sein Ziel: Das gesamte Schienennetz in möglichst kurzer Zeit zu befahren.

Andreas W. Dick erkundet Orte mit dem städtischen ÖV. Sein Ziel: Das gesamte Schienennetz in möglichst kurzer Zeit zu befahren.

Am Mittwoch war der Rekordjäger in Bern zu Besuch, um das hiesige Streckennetz abzufahren.

Am Mittwoch war der Rekordjäger in Bern zu Besuch, um das hiesige Streckennetz abzufahren.

Keystone/Peter Klaunzer
Die Route hat er bereits im Vorfeld akribisch geplant.

Die Route hat er bereits im Vorfeld akribisch geplant.

4 Stunden und 41 Minuten: So lange hat der Wiener Andreas W. Dick am Mittwoch gebraucht, um das ganze Berner Tramnetz inklusive Marzili- und Gurtenbahn zu befahren. Am frühen Nachmittag erreichte er die Gurten-Bergstation.

Der 48-jährige Motorjournalist hat es sich zum Hobby gemacht, komplette Strassen- und U-Bahn-Netze in möglichst kurzer Zeit abzufahren. Bern war die 12. Stadt des Langzeit-Projekts.

Grosses mediales Echo

Zuvor hatte Dick unter anderem die Liniennetze von Berlin, Bremen, Lyon, München, Stuttgart und Zürich bereist. Überall zog er das Medieninteresse auf sich, in Bremen brachte er es sogar zum Frontaufmacher einer Lokalzeitung.

Auch in Bern standen mehrere Medienschaffende mit Kamera, Notizblock und Kugelschreiber bereit, als der Österreicher um 08.30 Uhr mit der Marzilibahn ins «Abenteuer» startete.

Hockeystadt Bern

Bevor er die Drahtseilbahn bestieg, versicherte Dick gegenüber den Journalisten, dass er dank der Feiertage sein «Kampfgewicht» erreicht habe und dem Rekordversuch nun zuversichtlich entgegenblicke. Als Referenz an Bern trug er ein Fan-Trikot des SCB: «An der Stadt fasziniert mich der SCB mit seiner enormen Fangemeinde», so Dick gegenüber 20 Minuten.

Gut 40 Kilometer lang ist das Schienennetz von Bernmobil. Einige Passagen musste Dick aus logistischen Gründen aber doppelt befahren.

Ob es sich wirklich um einen Rekord handelt, bleibt offen. Den Stadtberner Verkehrsbetrieben Bernmobil ist jedenfalls niemand bekannt, der zuvor auf dieselbe Idee gekommen wäre.

Busersatz auf Linie 3

Auf BZ Online wies allerdings ein Leser darauf hin, dass er als Kind mit dem Ferienpass das ganze Tramnetz befahren habe. Ein anderer Kommentator wandte ein, der Rekord sei ungültig, weil das Tram Nummer 3 zurzeit gar nicht fahre. In der Tat wich Dick hier auf den Busersatz aus.

«Jedi Wett, är vergisst ds Sänkutram», ulkte ein weiterer Leser. Er meinte damit die Verbindung zwischen Innenstadt und Mattequartier. Diese heisst im Volksmund zwar Senkeltram, doch handelt es sich in Tat und Wahrheit um einen Lift. (cho/sda)

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