Sexuelle Belästigung: Österreichischer Grünen-Gründer Pilz tritt zurück
Aktualisiert

Sexuelle BelästigungÖsterreichischer Grünen-Gründer Pilz tritt zurück

Eine junge Frau warf ihm sexuelle Belästigung vor. Jetzt hat Peter Pilz die Konsequenzen gezogen.

von
chi
2013 soll er betrunken eine Frau begrapscht haben: Ex-Grünen-Politiker Peter Pilz verlässt die Medienkonferenz in Wien. (4. November 2017)

2013 soll er betrunken eine Frau begrapscht haben: Ex-Grünen-Politiker Peter Pilz verlässt die Medienkonferenz in Wien. (4. November 2017)

Keystone/Christian Bruna/EPA

Der prominente österreichische Grünen-Politiker Peter Pilz ist nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten. Seinen Sitz im Parlament werde er abgeben, kündigte Pilz am Samstag in Wien bei einer Medienkonferenz an.

Dabei nahm er zu den in der Wochenzeitung «Falter» erhobenen Vorwürfen Stellung. Pilz hatte dem Bericht zufolge beim Europäischen Forum Alpbach 2013 eine junge Frau sexuell belästigt. Die Frau, eine Mitarbeiterin der Europäischen Volkspartei EVP, sagte demnach, der Politiker habe sie begrapscht. Pilz sei betrunken gewesen.

Skandal schwächt linke Opposition

Der 63-Jährige sagte vor den Medien, er könne sich an den Vorfall nicht erinnern. «Ich bedauere das, ohne die genauen Details zu kennen, dieser Frau gegenüber.» Er habe möglicherweise der Frau wirklich Unrecht getan, dafür übernehme er die Verantwortung. Am Freitag hatten auch schon andere Medien von Belästigungsvorwürfen einer ehemaligen Mitarbeiterin berichtet. Diese Anschuldigungen wies Pilz zurück.

Der Skandal schwächt die nach den Parlamentswahlen vom 15. Oktober bereits angeschlagene linke Opposition noch weiter. Der neu gewählte Nationalrat soll am 9. November zum ersten Mal zusammen treten. Pilz sagte, er werde seinen Sitz nicht annehmen.

Pilz, ein Gründungsmitglied der österreichischen Grünen, hatte sich nach internen Querelen vor der Wahl von der Partei abgespalten. Er trat mit seiner Liste Pilz bei der Wahl an. Der Grünen-Ableger erhielt 4,4 Prozent der Stimmen und damit acht Sitze, die Grünen selbst flogen aus dem Parlament. (chi/sda)

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