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PreisüberwacherÖV-Billette sollen um zwei Prozent günstiger werden

Bahnbetreiber müssen ab 2021 weniger für die Bahninfrastruktur zahlen. Darum müssten nun auch die Billette günstiger werden, so der Preisüberwacher.

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sda/pam
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Zwei Prozent weniger: Preisüberwacher fordert günstigere ÖV-Billette.

Zwei Prozent weniger: Preisüberwacher fordert günstigere ÖV-Billette.

Keystone/Alessandro Della Valle
Seiner Meinung nach sollen Schweizer Bahnkunden von der vom Bundesrat beschlossenen Senkung der Trassenpreise profitieren.

Seiner Meinung nach sollen Schweizer Bahnkunden von der vom Bundesrat beschlossenen Senkung der Trassenpreise profitieren.

Keystone/Jean-christophe Bott
Der Bundesrat hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass die Bahnbetreiber ab Anfang 2021 für die Benützung der Schieneninfrastruktur jährlich 90 Millionen Franken im Jahr weniger zahlen sollen. Die Landesregierung will mit der Massnahme mehr Güter auf die Schiene bringen.

Der Bundesrat hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass die Bahnbetreiber ab Anfang 2021 für die Benützung der Schieneninfrastruktur jährlich 90 Millionen Franken im Jahr weniger zahlen sollen. Die Landesregierung will mit der Massnahme mehr Güter auf die Schiene bringen.

Keystone/Alessandro Della Valle

Schweizer Bahnkunden sollen von der vom Bundesrat beschlossenen Senkung der Trassenpreise profitieren. Dies fordert Preisüberwacher Stefan Meierhans in seinem aktuellen Blog.

Der Bundesrat hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass die Bahnbetreiber ab Anfang 2021 für die Benützung der Schieneninfrastruktur jährlich 90 Millionen Franken im Jahr weniger zahlen sollen. Die Landesregierung will mit der Massnahme mehr Güter auf die Schiene bringen.

Rasche Weitergabe gefordert

Meierhans fordert nun, dass die «folgerichtigen Preissenkungen» auch rasch an die Kunden weitergegeben werden sollten – denn dasselbe sei bei den Erhöhungen in den letzten Jahren passiert. Er fordert, dass die Billettpreise um mindestens zwei Prozent sinken.

«Die Trassenpreise wurden vor zwei Jahren um 100 Millionen Franken erhöht. Die Branche setzte Preiserhöhungen von drei Prozent auf die Billettpreise durch. 2012 waren es gut fünf bei einer Trassenpreiserhöhung von 200 Millionen Franken.» Aus dieser Logik müssten deshalb Preissenkungen von zwei Prozent realisiert werden.

Über eine Preissenkungen wird die ÖV-Branche im Februar diskutieren. Meierhans: «Ich bin gespannt, wie meine diesbezügliche Anfrage an die Branche vom August 2019 beantwortet wird.»

Das sagt die Tariforganisation

«Wir prüfen derzeit, wie und in welchem Ausmass wir die Preissenkungen weitergeben», sagt Thomas Ammann, Sprecher der nationalen Tariforganisation ch-direct. Ein Entscheid falle im Frühling 2020. Der Prozess sei indes nicht so einfach, wie ihn der Preisüberwacher darstelle. «Von günstigeren Trassenpreissen profitieren nur die Bahnunternehmen. Wird nun der Normaltarif gesenkt, betrifft dies sämtliche Transportunternehmen, also auch Bus- oder Schiffbetriebe», sagt Ammann.

Ein weiterer Punkt sei das Zusammenspiel zwischen Kantonen und den ÖV-Anbietern. Es gebe nämlich neben der Möglichkeit, die tieferen Preise direkt an die Kunden weiterzugeben, auch die Möglichkeit, die Kantone, die ÖV-Leistungen bestellen, zu entlasten. «Das würde dann zu einer Steuerentlastung der Bürger führen», sagt Ammann. Vor diesem Hintergrund prüfe man nun, welcher Weg Sinn mache.

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