Ruf nach Massnahmen - ÖV-Branche fordert Maskenpflicht an Haltestellen – das BAG winkt ab
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Ruf nach MassnahmenÖV-Branche fordert Maskenpflicht an Haltestellen – das BAG winkt ab

Die öffentlichen Transportunternehmen wie SBB und Postauto fordern die landesweite Wiedereinführung der Maskenpflicht an Haltestellen. Beim Bund will man davon noch nichts wissen.

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Im Frühjahr galt in der Schweiz an allen Haltestellen eine Maskenpflicht.

Im Frühjahr galt in der Schweiz an allen Haltestellen eine Maskenpflicht.

20min/Marvin Ancian
Im Juni wurde die Maskenpflicht im Freien wieder aufgehoben.

Im Juni wurde die Maskenpflicht im Freien wieder aufgehoben.

20min/Simon Glauser
Postauto und SBB wollen angesichts der steigenden Fallzahlen seit Anfang Dezember die Wiedereinführung der Maskenpflicht an Perrons und Haltestellen.

Postauto und SBB wollen angesichts der steigenden Fallzahlen seit Anfang Dezember die Wiedereinführung der Maskenpflicht an Perrons und Haltestellen.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Im Frühjahr galt an allen Haltestellen in der Schweiz eine Maskenpflicht. Diese wurde im Juni wieder aufgehoben.

  • Mit den steigenden Infektionszahlen fordert die ÖV-Branche seit Anfang Dezember die schweizweite Wiedereinführung der Maskenpflicht an Perrons und Haltestellen.

  • Das BAG lehnt dies noch ab. Nun appelliert die ÖV-Branche an die Kantone.

Im Frühjahr 2021 galt an den Perrons und Haltestellen im ganzen Land eine allgemeine Maskenpflicht. Mit der Abnahme der Corona-Fallzahlen hat der Bund im Juni im sogenannten fünften Öffnungsschritt auch die Maskenpflicht im Freien aufgehoben. Nun, da die Zahl der Corona-Infektionen neue Höchstwerte erreicht, werden Forderungen nach neuen Massnahmen laut. Diesen Forderungen schliesst sich auch die ÖV-Branche an. Einige Kantone wie Bern und St. Gallen haben bereits reagiert und die Maskenpflicht an allen Haltestellen wieder eingeführt. Laut «den Zeitungen von Tamedia» hat dies die ÖV-Branche dazu bewogen, einheitliche Regel für die ganze Schweiz zu fordern.

In einem Schreiben von Postauto an andere Unternehmen aus der Branche heisst es: «Aus Gründen der Verständlichkeit, Klarheit und Kundenfreundlichkeit sind einheitliche Schutzmassnahmen im ÖV Schweiz zu bevorzugen. Die Systemführerinnen (SBB und Postauto) haben bei den Kantonen eine Umfrage zum Thema durchgeführt. Die Mehrheit der Kantone erachtet eine einheitliche Lösung als richtigen Weg.»

Verschärfungen bleiben vorerst aus

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wollte davon jedoch noch nichts wissen. Das BAG antwortete: «Die Frage einer Ausweitung der Maskentragepflicht auf Aussenbereiche wird vom BAG in die Diskussion über mögliche zusätzliche Massnahmen einbezogen, wenn dies die epidemiologische Situation rechtfertigt. Wann das der Fall sein wird, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab.» Die Antwort stammt jedoch von Anfang Dezember, also noch bevor die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus die Neuinfektionen auf einen Rekordstand steigen liess. Wie der «Tages-Anzeiger» jedoch vom BAG erfahren hat, bleibt es in öffentlichen Verkehr vorerst bei den bestehenden Regeln.



Die ÖV-Branche verleiht ihrer Forderung nun Nachdruck. In einem Informationsschreiben vom 23. Dezember teilt sie mit, «dass sich viele Kundinnen und Kunden namentlich im Freien nicht an die Maskenpflicht halten und die unterschiedlichen kantonalen Regelungen im ÖV nicht verstanden werden. Wir haben deshalb entschieden, die Kantone anzuschreiben mit der Bitte, die Regelung mit dem BAG zu besprechen und gegebenenfalls darauf zurückzukommen.»

Die Branche sorgte erst kürzlich für Diskussionen, als aus Teilen der Bevölkerung und der Politik der Ruf nach einem Ess- und Trinkverbot im ÖV gefordert wurde. Dies, weil Kundinnen und Kunden mit der Konsumation von Speisen und Getränken die Maskenpflicht legal umgehen können.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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