Aktualisiert 17.05.2012 18:41

Preiserhöhung

ÖV-Fahrer müssen bald mehr bezahlen

Bus- und Bahnfahren wird teurer. Schuld daran ist unter anderem der Bund. Pro Bahn ist mit dem Tarifsystem insgesamt nicht zufrieden.

von
Fabian Lindegger
ÖV-Benutzer müssen bald mehr zahlen.

ÖV-Benutzer müssen bald mehr zahlen.

«Ich bin erschüttert», so Karin Blättler, Präsidentin von Pro Bahn Zentralschweiz. «Wir wussten, dass es zu Preiserhöhungen kommt. Aber mit einem so happigen Aufschlag haben wir nicht gerechnet.» Ab Dezember müssen für Billette des Tarifverbunds Passepartout durchschnittlich 6,7 Prozent mehr bezahlt werden. Dies haben die Kantone Ob- und Nidwalden sowie der Verkehrsverbund Luzern beschlossen.

Die Preiserhöhung betrifft sämtliche Einzelbillette und Abonnemente. Zudem entfällt bei Mehrfahrtenkarten die Gratis-Fahrt. Begründet werden die höheren Preise einerseits mit einem Beschluss des Bundes, der eine grössere Beteiligung an den Infrastrukturkosten der Bahn vorsieht, andererseits seien die ÖV-Angebote in den letzten Jahren verbessert worden.

Kundenunfreundliches System

Blättler übt grundsätzliche Kritik: «Das Passepartout-Zonensystem ist viel zu kompliziert und trägt zu den hohen Preisen bei. Im Vergleich mit anderen Städten stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht.» Ausserdem sei das System wenig kundenfreundlich. Vom Preisaufschlag ist auch Monique Frey, Geschäftsleiterin des Verkehrs-Clubs der Schweiz Sektion Luzern, nicht begeistert: «Bereits heute sind die Strassen der Stadt Luzern und der Agglomeration überlastet – höhere ÖV-Preise sind deshalb ein falsches Signal und helfen wenig, etwas an dieser Situation zu verbessern.»

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