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ÖV-Ranking: Basel von der Spitze verdrängt

TNW-Direktor Andreas Büttiker nimmt Stellung zum ÖV-Ranking der Umweltorganisation «umverkehR».

von
Lukas Hausendorf
Der Aeschenplatz wird in der «umverkehR»-Studie als schlechtestes Beispiel eines Umsteigeknotens der Schweiz gescholten.

Der Aeschenplatz wird in der «umverkehR»-Studie als schlechtestes Beispiel eines Umsteigeknotens der Schweiz gescholten.

Vor sechs Jahren war Basel in der Schweiz punkto ÖV noch das Mass aller Dinge, jetzt ist man nur noch Mittelmass. Wie erklären Sie sich das?

Andreas Büttiker: Vorneweg: Ich finde es gut, dass es solche Benchmarks gibt. Die Studie zeigt, dass man sich weiterentwickeln muss. Allerdings steht für mich dieses Ranking nicht im Vordergrund, sondern die Stimme der Kunden. Und da haben wir bei der letzten repräsentativen Kundenzufriedenheitsstudie 2011 schweizweit den Spitzenplatz geholt.

Ziehen Sie dennoch Schlüsse aus der Studie?

Da gibt es durchaus wichtige Hinweise für Verbesserungen. Dazu gehören die Umsteigeknoten und die Kundeninformation. Dass der Aeschenplatz ein Problem darstellt, ist stadtbekannt, aber sehr schwierig zu lösen. Hingegen werden der Dreispitz und Liestal als wichtige Umsteigeknoten aufgewertet, ebenso arbeiten die Transportunternehmen aktiv an der Verbesserung der Kundeninformation. Da gibt es noch viel zu tun.

Kritisiert wird auch die Preispolitik des Tarifverbunds. In der Agglomeration ist das Auto immer noch günstiger.

Nicht in erster Linie der Tarif, sondern die Qualität des Angebotes ist für unsere Kunden entscheidend bei der Verkehrsmittelwahl. Und gemessen an der Leistung ist unser Preisniveau noch immer sehr günstig.

Das nächste Ranking kommt bestimmt. Wie kommt Basel wieder an die Spitze?

Bis 2016 werden BVB und BLT die modernste Tramflotte der Schweiz haben. Die Umsteigenknoten und Haltestellen werden aufgewertet und die Kundeninformation ebenfalls deutlich verbessert sein.

ÖV: Basel rutscht ins Mittelmass ab

Vor sechs Jahren stand Basel noch an der Spitze der Rangliste der ÖV-Studie der Umwelt­organsation «umverkehR», jetzt liegt es noch auf Platz 15. Die Agglomeration und Liestal belegen die Plätze 27 und 46. Neuer Spitzenreiter ist Zürich, vor St. Gallen und Genf. Die Gründe für das schlechte Abschneiden sind das alte Rollmaterial und Haltestellen, die modernen Ansprüchen nicht mehr genügen. Der Aeschenplatz ist laut Studie sogar das schlechteste Beispiel der Schweiz. An Attraktivität eingebüsst hat auch das teurer gewordene U-Abo, das in der ­Agglomeration im Preisvergleich mit dem Auto verliert. lhaDer Aeschenplatz ist das schlechteste Beispiel der Schweiz.

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