Zürich: ÖV stand wegen Blitzeinschlag still

Aktualisiert

ZürichÖV stand wegen Blitzeinschlag still

Am Samstagabend ist in der Stadt Zürich der Strom ausgefallen. Trams und Trolleybusse blieben stehen, einzelne Verkehrsampeln funktionierten nicht mehr.

von
oli
1 / 8
Warten, bis es weiter geht: Eine Mitarbeiterin der VBZ steht vor einem Tram bei der ETH in Zürich. (13. Mai 2017)

Warten, bis es weiter geht: Eine Mitarbeiterin der VBZ steht vor einem Tram bei der ETH in Zürich. (13. Mai 2017)

Keystone/Walter Bieri
Entlang der Zürcher Weinbergstrasse stehen Trams. Für die Passagiere heisst das, zu Fuss weitergehen.

Entlang der Zürcher Weinbergstrasse stehen Trams. Für die Passagiere heisst das, zu Fuss weitergehen.

Keystone/Walter Bieri
Zum Stromausfall ist es kurz vor 20 Uhr gekommen. Eine Glattalbahn steht auf der Weinbergstrasse.

Zum Stromausfall ist es kurz vor 20 Uhr gekommen. Eine Glattalbahn steht auf der Weinbergstrasse.

Keystone/Walter Bieri

Am Samstagabend kurz vor 20 Uhr ist es in der Stadt Zürich zu einem Stromausfall gekommen. Betroffen war das gesamte Stadtgebiet. Das Tramnetz war eingestellt. Um 22.28 Uhr waren alle Gleichrichterstationen wieder am Netz.

Auf Bildern in sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie Dutzende Trams etwa rund ums Bellevue stillstehen. Die Zürcher Verkehrsbetriebe empfehlen ihren Kunden, nach Möglichkeit S-Bahnen zu benutzen. Es müsse aber mit erheblich verlängerten Reisezeiten gerechnet werden.

Blitzeinschlag in Fällanden

Die Störung ist in der Hochspannungsleitung im Unterwerk Fällanden aufgetreten, wie das Zürcher Elektrizitätswerk EWZ meldete. Als Grund nannte es die Witterung. Laut Mediensprecher Angel Gallego vermuten EWZ-Spezialisten einen Blitzeinschlag. Berechnungen zufolge habe dieser in Fällanden stattgefunden. «Der Blitz hat wahrscheinlich in eine Hochspannungs-Freileitung eingeschlagen», sagt Gallego. In seinem Büro habe er den Spannungsabfall wahrgenommen: «Das Licht hat geflackert.»

Nun müssten elf Gleichrichterstationen manuell kontrolliert werden. Die EWZ-Pikett-Organisation war bereits nach zehn Minuten nach dem Ausfall im Einsatz. Um 21.45 Uhr war die erste Station wieder am Netz.

EWZ-Angestellte kämpfen sich durch Verkehr

«Wir haben zusätzliches Personal aufgeboten. Dieses schliesst die Stationen manuell an», sagt Gallego. Da die Gleichrichterstationen in der ganzen Stadt verteilt und meistens an zentralen Orten liegen, haben es die EWZ-Angestellten schwer: Diese müssen sich laut Gallego durch den Verkehr kämpfen.

«Unser Ziel ist es, das Netz so schnell wie möglich wieder zu versorgen. Bis 23 Uhr sollten alle Stationen wieder angeschlossen sein.» Beim VBZ-Netz und jenem für die privaten Haushalte handelt es sich um verschiedene Systeme, wie der EWZ-Sprecher sagt. Warum nur das eine betroffen sei, kann er nicht sagen.

Züge nicht betroffen

Die Stadtpolizei Zürich bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten, dass es sich vermutlich um einen Blitzeinschlag gehandelt hat. Einzelne Verkehrsampeln seien ausgefallen. Das bedeute nicht, dass die Polizei den Verkehr an diesen Orten regeln müsse – es würden die normalen Verkehrsregeln gelten.

Laut Leser-Reportern ist im Hauptbahnhof der Strom ausgefallen. «Die Züge sind vom Ausfall nicht betroffen», sagt SBB-Mediensprecherin Rahel Meile. Im Bahnhof Stadelhofen seien einige Läden im Dunkeln. Die übrigen hätten wohl aber Notstromanlagen.

Leser-Reporter Patrice Terreni war gerade im Hauptbahnhof Zürich angekommen, als der Strom ausfiel. «Die Rolltreppen standen still und die Hauptlichter waren aus.» Ein «spezielles Bild» fand er auch später in Oerlikon vor. Kein Tram sei gefahren. «Ein 14er ist mitten auf einer Kreuzung zum Stillstand gekommen.»

Grösste Niederschlagsmenge im Oberland

Es war nicht der erste grössere Stromausfall in Zürich. Bereits letzten Oktober legten zwei Stromausfälle kurzzeitig Teil der Limmatstadt lahm. Stillstände gab es zum Beispiel auch Ende April 2016, als unter anderem die Bahnhofstrasse lahmgelegt wurde. Auch Anfang September kam es zu Stromunterbrüchen, weil ein Transformator und am Tag danach auch noch der eingesetzte Ersatz-Transformator ausfielen.

Der Wetterdienst Meteonews hat 6000 Blitze registriert. Am stärksten betroffen waren demnach Ortschaften entlang der Voralpen. «Die grösste Niederschlagsmenge wurde mit 22 Litern pro Quadratmeter in Seegräben gemessen», heisst es in der Mitteilung. In der Nacht sei mit weiteren Gewittern und heftigem Platzregen zu rechnen. (oli/sda)

Deine Meinung