Aktualisiert 08.03.2004 11:54

ÖVP vor Scherbenhaufen

Als grosse Verliererin der Landtagswahl im Bundesland Salzburg hat die Österreichische Volkspartei (ÖVP) von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Montag über mögliche personelle Konsequenzen beraten.

Dies berichtete die Nachrichtenagentur APA. Mit 37,9 Prozent wurde die ÖVP bei der Abstimmung vom Sonntag auf den zweiten Platz verdrängt. Die Sozialdemokraten (SPÖ) erzielten mit 45,4 Prozent einen Erdrutschsieg und wurden erstmals seit fast 60 Jahren stärkste Kraft im Land Salzburg.

Laut APA sollte es bei den Beratungen der ÖVP vor allem darum gehen, ob sich der bisherige Landeshauptmann (Ministerpräsident) Franz Schausberger gänzlich aus der Politik zurückziehen werde. Auch war fraglich, ob der als sein Nachfolger vorgesehene Wilfried Haslauer nach der Niederlage überhaupt noch den regionalen Parteivorsitz übernehmen solle.

Die Freiheitliche Partei (FPÖ) von Rechtspopulist Jörg Haider musste in Salzburg eine deutliche Niederlage einstecken und wurde mit 8,7 Prozent knapp vor den Grünen drittstärkste Partei. In Kärnten konnte sich die FPÖ entgegen den Erwartungen jedoch behaupten und fuhr mit 42,5 Prozent einen Wahlsieg ein.

Das gute Abschneiden bedeutet nach Ansicht von Beobachtern eine Stärkung der FPÖ bundesweit, nachdem sie zuletzt nur noch auf insgesamt zehn Prozent Zustimmung bauen konnte. In Umfragen vor der Landtagswahl hatte die FPÖ in Kärnten mehr als zehn Prozentpunkte hinter der SPÖ gelegen. Haider schloss trotz seines Triumphs eine Rückkehr zur Bundespolitik aus: «Ich bleibe natürlich in Kärnten und werde meinen Wählern im Wort bleiben», sagte er dem Rundfunksender ORF.

Die Wahlbeteiligung lag laut APA bei 77 Prozent. Die Auszählung der Briefwahlstimmen dürfte diese Zahl noch erhöhen, hiess es. (dapd)

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