Satellitenbilder zeigen – Offenbar neue russische Offensive bei Kiew

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Satellitenbilder zeigenOffenbar neue russische Offensive bei Kiew

Die Invasionstruppen formieren sich offenbar neu; der lange vor Kiew stehende Konvoi ist aufgelöst. In der Nacht gibt es Berichte über eine neue russische Offensive nahe der ukrainischen Hauptstadt.

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Einheiten wurden in Orten nahe des Antonow-Flughafens Kiew-Hostomel gesehen. Der Flughafen liegt rund 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt. (Archivbild) 

Einheiten wurden in Orten nahe des Antonow-Flughafens Kiew-Hostomel gesehen. Der Flughafen liegt rund 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt. (Archivbild) 

AFP
Bei Kiew zeigten Satellitenfotos des Unternehmens Maxar, dass sich die seit Tagen stehende, über 60 Kilometer lange russische Militärkolonne offenbar aufgelöst und sich in Orte und Wälder der Umgebung verteilt hat. (Archivbild) 

Bei Kiew zeigten Satellitenfotos des Unternehmens Maxar, dass sich die seit Tagen stehende, über 60 Kilometer lange russische Militärkolonne offenbar aufgelöst und sich in Orte und Wälder der Umgebung verteilt hat. (Archivbild) 

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Zuvor war ein riesiger Militärkonvoi von über 60 Kilometer vor Kiew stationiert. (Archivbild) 

Zuvor war ein riesiger Militärkonvoi von über 60 Kilometer vor Kiew stationiert. (Archivbild) 

REUTERS

Darum gehts

  • Wie neue Satellitenbilder der US-Firma Maxar zeigen, soll sich der Militärkonvoi der Russen vor Kiew aufgelöst haben. 

  • Die Truppen sollen sich in Orte und Wälder der Umgebung verteilt haben.

  • Auf den Bildern seien auch brennende Häuser in der Ortschaft Moschun, nahe der Hauptstadt, zu sehen.

Bei Kiew sind offenbar neue Kämpfe ausgebrochen. Frische Satellitenbilder des US-Unternehmens Maxar schienen den Beschuss von Wohngebieten in der Ortschaft Moschun zu zeigen. Zu sehen waren am frühen Samstagmorgen Mündungsfeuer, Rauch, Einschläge und brennende Häuser. Die ukrainische Seite warf Russland den Beschuss einer Krebsklinik in Mykolajiw vor, einer rund 470 Kilometer südlich von Kiew gelegenen Stadt, die russische Truppen zu umzingeln versuchen. Getötet worden sei bei dem Angriff auf das Krankenhaus niemand, sagte Chefarzt Maxim Besnosenko. Das Gebäude sei jedoch beschädigt worden.

Westlichen und ukrainischen Militäranalysten zufolge sind die russischen Invasionstruppen auf grösseren als erwarteten Widerstand gestossen; sie hätten daher Probleme mit dem Nachschub und der Kampfmoral. Die meisten Gebietseroberungen machten sie im Süden und Osten der Ukraine, während der Angriff im Norden auf Kiew stockt. Luftangriffe zielten am Freitag erstmals im Westen des Landes auf Flugplätze der ukrainischen Luftwaffe.

Piloten der Invasionstruppen sollen im Schnitt 200 Einsätze pro Tag fliegen

US-Militärkreise gaben eine Einschätzung zum Ausmass der russischen Luftangriffe ab. Piloten der Invasionstruppen flögen im Schnitt 200 Einsätze pro Tag, bei den ukrainischen Truppen seien es hingegen fünf bis zehn. Das ukrainische Militär setze mehr auf Boden-Luft-Raketen, Panzerfäuste und Drohnen, um russische Kampfflugzeuge ausser Gefecht zu setzen, hiess es.

Bei Kiew zeigten Satellitenfotos des Unternehmens Maxar, dass sich die seit Tagen stehende, über 60 Kilometer lange russische Militärkolonne offenbar aufgelöst und sich in Orte und Wälder der Umgebung verteilt hat. Haubitzen, also schwere Artillerie, wurden offenbar in Gefechtspositionen gebracht und gepanzerte Einheiten wurden in Orten nahe des Antonow-Flughafens Kiew-Hostomel gesehen. Der Flughafen liegt rund 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt.

Unklar war, was mit den Umgruppierungen bezweckt wurde. Angenommen wird, dass die russischen Truppen Kiew umzingeln wollen. Ein britischer Militärexperte, Nick Reynolds, sagte, die russischen Truppenbewegungen schienen derzeit eher defensiv zu sein, um sich besser gegen ukrainische Angriffe verteidigen zu können. In Kiew und der zweitgrössten Stadt Charkiw im Osten scheine der russische Angriff zu stocken. Im Süden hingegen sehe es für die ukrainischen Verteidiger schlechter aus, die unter schwerem russischen Beschuss liegen. «Es ist schon hässlich und es wird noch schlimmer», sagte er.

Grossangriff auf Kiew nur eine Frage von Stunden oder Tagen

Aus Sicht des Militärforschers Mathieu Boulègue von der Londoner Denkfabrik Chatham House ist ein russischer Grossangriff auf Kiew hingegen nur eine Frage von Stunden oder Tagen. «Das wird eine sehr lange Zermürbungsschlacht werden», erklärte er. «Das wird eine grauenhaft verlustreiche Schlacht und eine Belagerung, wie wir sie in der modernen Geschichte selten gesehen haben.»

Aus US-Verteidigungskreisen in Washington verlautete hingegen, die russischen Umgruppierungen der Kolonne vor Kiew seien eher zum besseren Schutz der Fahrzeuge erfolgt, ein taktisches Vorrücken dieser Kolonne auf die Hauptstadt sei nicht beobachtet worden. Von Nordosten allerdings seien andere Einheiten auf 20 bis 30 Kilometer an Kiews Zentrum herangerückt.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski verbreitete in seiner täglichen Videobotschaft am Freitag hingegen Zuversicht. «Es ist unmöglich, zu sagen, wie viele Tage wir noch brauchen, um unser Land zu befreien, aber es ist möglich, zu sagen, dass wir es machen werden, weil wir einen strategischen Wendepunkt erreicht haben», sagte er. Behörden arbeiteten an der Errichtung von zwölf humanitären Korridoren, um Menschen mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen notwendigen Dingen zu versorgen.

Nothilfe für Menschen in der Ukraine

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(DPA/sys)

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