Offener Himmel über dem Atlantik

Aktualisiert

Offener Himmel über dem Atlantik

Am Sonntag tritt das Luftverkehrsabkommen «Open Sky» zwischen der EU und den USA in Kraft. Das Abkommen soll für mehr Wettbewerb im Flugverkehr über dem Atlantik sorgen.

Mit «Open Sky» erhalten erstmals alle EU- und US- Fluggesellschaften freien Zugang zu den Flughäfen des anderen Gebietes. Voraussetzung sind aber auch immer die entsprechenden Landerechte an den Flughäfen. Auf die Schweiz hat es kaum Auswirkungen.

«Die verschärfte Konkurrenz dürfte zu einer Senkung der Tarife führen», sagte EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot am Freitag in Brüssel: «Das ist eine echte Revolution im transatlantischen Himmel.»

Air France will künftig Flüge von London in die USA anbieten. British Airways wiederum hat angekündigt, mit einer Tochter von Paris aus starten zu wollen. Dies war bislang nicht möglich: Die meisten EU-Länder hatten nur bilaterale Abkommen mit den USA.

Acht Prozent mehr Flüge

Die EU-Kommission erwartet, dass in der Sommersaison zwischen der EU und den USA durchschnittlich acht Prozent mehr Flüge angeboten werden. Der Nutzen für die Konsumenten soll sich in den ersten fünf Jahren auf 12 Mrd. Euro summieren. Die EU erwartet auch bis zu 80 000 neue Stellen in der Branche auf beiden Seiten des Atlantiks.

Derzeit gebe es rund 50 Millionen Flugpassagiere im Jahr zwischen der EU und den USA, sagte Barrot. In den kommenden fünf Jahren könnten insgesamt 25 Millionen Fluggäste dazukommen.

Das Abkommen war 2007 nach vierjährigen Verhandlungen abgeschlossen worden. Von Mai an soll über eine zweite Stufe verhandelt werden. Dabei wird es unter anderem um Investitionsmöglichkeiten von ausländischen Käufern bei Fluggesellschaften gehen.

Schweiz kaum betroffen

Auf die Schweiz hat diese Liberalisierung so gut wie keinen Einfluss, wie Anton Kohler vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) auf Anfrage erklärte. Die Schweiz habe mit der USA ein eigenes Luftverkehrsabkommen. Ein Revision sei zurzeit nicht aktuell.

Keine Auswirkungen erwartet auch die Flughafenbetreiberin Unique: Das Abkommen stelle aus ihrer Sicht keinen Standortnachteil für den Flughafen Zürich dar, sagte Sprecher Marc Rauch.

Die Fluggesellschaft Swiss rechnet laut Konzernsprecher Jean- Claude Donzel höchstens mit einem indirekten Effekt, falls «Open Sky» zu mehr Konkurrenz auf Transatlantik-Routen führt.

(sda)

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