Offizielle Einweihung der KVA Thun
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Offizielle Einweihung der KVA Thun

Mit einer offiziellen Feier ist am Freitag die lange Zeit heftig umstrittene Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Thun eingeweiht worden.

Am Wochenende steht die Anlage der Bevölkerung zur Besichtigung offen.

Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer betonte in ihrem Referat die Wichtigkeit einer KVA in der Region. Den Abfall quer durch die Schweiz in andere Anlagen zu transportieren würde die Bevölkerung bereits nach wenigen Jahren mehr kosten, als die Subventionen von Bund und Kanton für die neue Anlage. Die neue KVA kostet rund 200 Mio. Franken.

Für Stadtpräsident Hans-Ueli von Allmen stellt die KVA «keine unzumutbare Belastung für die Bevölkerung» dar. Die Anlage solle ein Garant für eine effiziente und umweltgerechte Entsorgung sein.

Nun müsse der Nachweis erbracht werden, dass die versprochenen Immissionswerte langfristig eingehalten und die Anlage wirtschaftlich betrieben werden könne, sagte Gesamtprojektleiter René Clausen laut Redetext.

Strom und Fermwärme

Die KVA verwertet jährlich 100 000 Tonnen brennbaren Abfall aus 150 Gemeinden im Berner Oberland, dem Emmental sowie dem Aare- und Gürbetal. Insgesamt zählt das Einzugsgebiet über 300 000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Mit dem bei der Abfallverwertung entstehenden Dampf versorgt die KVA das benachbarte VBS-Areal mit Fernwärme und erzeugt rund einen Drittel des gesamten Stromverbrauchs der Stadt Thun. Die KVA verfügt über eine interne Abwasserbehandlungsanlage und über eine mehrstufige Rauchgasreinigung. In die Technologie wurden rund 85 Mio. Franken investiert.

Das äussere Erscheinungsbild der KVA ist geprägt von einer grossen Glasfront, die Einblicke in das «Innenleben» des riesigen Gebäudes zulässt. Der rund 70 Meter hohe Kamin ist von weither sichtbar. Mit der KVA wurden insgesamt 35 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Zankapfel

Die KVA war in der Region Thun stets heftig umstritten. Es hagelte tausende Einsprachen und die Gegnerschaft gelangte bis vor Bundesgericht. Ursprünglich geplant war ein Projekt, wonach rund 150 000 Tonnnen Abfall in einem sogeannten Schwelbrennverfahren hätten verwertet werden sollen. 1998 rückten die Verantwortlichen davon ab, weil das Verfahren noch nicht praxistauglich war.

Stattdessen präsentierten sie ein redimensioniertes Projekt mit konventioneller Verbrennungstechnik. Umstritten ist nach wie vor die Frage, ob es in der Schweiz tatsächlich neue Kehrichtverbrennungsanlagen braucht.

(sda)

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