Aktualisiert 22.01.2020 12:07

Trump am WEF«Ohne Deal kommen sehr hohe Strafzölle»

US-Präsident Trump will ein Handelsabkommen mit Europa.
Ohne einen Deal «müssen die USA handeln», warnte er.

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Am Freitag hat Greta in Davos am Klimastreik teilgenommen.

Am Freitag hat Greta in Davos am Klimastreik teilgenommen.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Luisa Neubauer und Greta Thunberg beim Klimastreik.

Luisa Neubauer und Greta Thunberg beim Klimastreik.

Reuters/Denis Balibouse
Nicht alle WEF-Teilnehmer reisen mit dem Zug an: Wie die «Südostschweiz» berichtet, buchte sich ein Teilnehmer einen eigenen Zug der Rhätischen Bahn. Das kostet bis 20'000 Franken.

Nicht alle WEF-Teilnehmer reisen mit dem Zug an: Wie die «Südostschweiz» berichtet, buchte sich ein Teilnehmer einen eigenen Zug der Rhätischen Bahn. Das kostet bis 20'000 Franken.

Andrea Badrutt / Rhätische Bahn

Nach dem Abschluss des Handelsabkommens mit China will sich US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben jetzt auf Verhandlungen mit der EU konzentrieren. Ohne neues Abkommen mit der US-Regierung drohten den Europäern «sehr hohe Zölle» auf den Import von Autos und anderen Waren, sagte Trump am Mittwoch dem US-Nachrichtensender CNBC.

Ohne einen Deal «müssen die USA handeln», warnte Trump in dem Gespräch am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Er gehe aber davon aus, dass es zu einer Einigung mit Brüssel kommen werde, sagte Trump weiter.

«Sie werden einen Deal machen, weil sie müssen, sie müssen», sagte der Präsident. Er habe sich in dem Handelskonflikt bislang zurückgehalten, weil er erst jenen mit China zum Abschluss bringen wollte.

Strafzölle auf Autoimporte

Trump beklagte, dass die EU-Staaten deutlich mehr in die USA exportierten als umgekehrt. Bereits nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag in Davos hatte Trump erneut mit der Einführung von Strafzöllen auf Autoimporte gedroht.

Die USA und die EU sind wichtige Handelspartner. Sie haben 2018 Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 1,3 Billionen US-Dollar ausgetauscht. Ein umfassendes Handelsabkommen wird es aber wohl nicht in naher Zukunft geben, auch weil beide Seiten bestimmte Wirtschaftsbereiche ausschliessen wollen: Die EU etwa will ihre Landwirtschaft schützen, die US-Regierung hingegen den Markt für öffentliche Aufträge.

Trumps Regierung hatte der EU bereits 2019 mit Zöllen auf Autoimporte in Höhe von 25 Prozent gedroht. Eine Frist zu deren Verhängung lies die Regierung aber ohne Angabe von Gründen verstreichen. Solche Zölle würden vor allem deutsche Hersteller treffen. Die EU hat klargemacht, dass sie bei einer Verhängung von Strafzöllen ebenfalls neue Importgebühren einführen würde.

Zufrieden mit WEF-Auftritt

Trump hat wie üblich Twitter genutzt, um vom WEF zu berichten. Wie schon in seiner Rede vor dem Davoser Plenum lobte er sich dabei primär selbst und sprach von der «erfolgreichsten» Wirtschaft.

«Wir machen grossartige Fortschritte in Davos. Eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen wird in die USA kommen oder zurückkehren. Die erfolgreichste Wirtschaft! Jobs, Jobs, Jobs, Jobs, Jobs.» Das schrieb der US-Präsident in einem Beitrag auf Twitter in Bezug auf seine Rede und die Verhandlungen, die am Dienstag seinen Aufenthalt am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos geprägt hatten.

In seiner wahlkampfbetonten Rede nur wenige Monate vor den kommenden US-Wahlen hatte sich der Präsident unter anderem für das vor kurzem abgeschlossene, erste Handelsabkommen mit Peking gelobt. (sda)

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