31.07.2020 10:36

Wegen Mordes angeklagt

«Ohne ein Wort zu sagen, zog er die Pistole und schoss ihm in die Brust»

Am 21. August 2017 wurde in Laufen BL ein 34-jähriger Mann erschossen. Das Opfer soll mit dem mutmasslichen Täter illegal Hanf in einem Steinbruch angebaut haben. Nun liegt die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vor.

von
Steve Last
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In Laufen BL kam es am 21. August 2017 zu einem grossen Polizeieinsatz, weil ein 34-Jähriger auf dem Gelände eines Steinbruchs erschossen worden war.

In Laufen BL kam es am 21. August 2017 zu einem grossen Polizeieinsatz, weil ein 34-Jähriger auf dem Gelände eines Steinbruchs erschossen worden war.

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Die Baselbieter Polizei konnte den mutmasslichen Täter, einen heute 58-jährigen Schweizer, noch am gleichen Tag festnehmen.

Die Baselbieter Polizei konnte den mutmasslichen Täter, einen heute 58-jährigen Schweizer, noch am gleichen Tag festnehmen.

KEYSTONE
Nun hat die Baselbieter Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Verdächtigen erhoben. Sie beschuldigt ihn des Mordes.

Nun hat die Baselbieter Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Verdächtigen erhoben. Sie beschuldigt ihn des Mordes.

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Darum gehts

  • Am 21. August 2017 wurde in Laufen BL ein 34-Jähriger in einem Steinbruch erschossen.
  • Der heute 58-jährige Beschuldigte soll mit dem Opfer eine Hanfplantage auf dem Areal betrieben haben.
  • Die beiden sollen wegen einer Wohnstreitigkeit aneinandergeraten sein.
  • Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage wegen Mordes erhoben.

Die Tat ereignete sich am 21. August 2017. Ein heute 58-jähriger Schweizer wird beschuldigt, an dem Tag seinen damals 34-jährigen Geschäftspartner – ebenfalls ein Schweizer – in einem Steinbruch in Laufen BL erschossen zu haben. Die Baselbieter Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordes erhoben, wie die BZ berichtet.

Der mutmassliche Täter und das Opfer sollen sich gekannt und zusammen auf dem Gelände des Steinbruchs illegal eine Hanfplantage betrieben haben. Während das Opfer als Geld- und Auftraggeber fungiert habe, soll der Beschuldigte auf dem Areal in einem ausrangierten Postauto gelebt und die Anlage unterhalten haben.

Streit um Ausbau der Plantage

Die Plantage habe sich im unteren Stockwerk einer Liegenschaft auf dem Gelände befunden. Offenbar wollte das Opfer sie auch auf den oberen Stock ausweiten. Der Beschuldigte hingegen habe dort wohnen wollen. Aus diesem Grund habe der 34-Jährige Druck auf seinen Partner ausgeübt und ihm gar gedroht, ihm die Erlöse aus dem Marihuana-Handel vorzuenthalten, wenn er den Raum nicht zur Anpflanzung zur Verfügung stelle.

Am Tag vor der Tat soll es am Telefon zu einem heftigen Streit zwischen den beiden gekommen sein, wie die Zeitung weiter schreibt. Das Opfer soll angekündigt haben, selbst vor Ort zu erscheinen und die obere Etage zu räumen. Der Beschuldigte habe sich daraufhin entschlossen, «diesem Zustand ein Ende zu setzen», zitiert die BZ aus der Anklage.

Mit Schuss in die Brust getötet

Der mutmassliche Mörder habe auf dem Gelände gewartet, bis das Opfer auftauchte. Dann habe er die Pistole gezogen und ihm, «ohne ein Wort zu sagen», in die Brust geschossen. Gemäss Anklage ist das Opfer auf der rechten Seite oberhalb des Herzens getroffen worden und kurze Zeit später am Boden liegend gestorben. Der Beschuldigte wurde noch am gleichen Tag festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft schreibt von besonderer Skrupellosigkeit. Die Verhandlung vor der Fünferkammer des Baselbieter Strafgerichts beginnt am 17. August.

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