Aktualisiert 16.05.2010 17:18

Neuer ChefOhne Goodwill geht nichts

Alltag in Schweizer Büros: Der alte Chef räumt sein Büro, ein neuer kommt. Bei richtigem Vorgehen kann dies für die Mitarbeitenden auch eine Chance sein.

von
Ruedi Bomatter

Wer kennt das nicht: Ein neuer Chef taucht auf – und schon geht das Getuschel hinter dem Rücken los. Doch wie können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einem neuen Chef idealerweise begegnen und den Wechsel auch als persönliche Chance nutzen?

Ein Chefwechsel beinhaltet für beide Seiten eine Ungewissheit: Neue Vorgesetzte kennen ihre neuen Mitarbeitenden nicht und wissen nicht genau, was sie erwartet – und umgekehrt ebenso. «Grundsätzlich sollen Mitarbeitende ihrem neuen Vorgesetzten immer eine Chance geben, sich im neuen Umfeld einzuleben und dabei auch die Besonderheiten der einzelnen Mitarbeitenden kennenzulernen», sagt Jürg Engriser, Geschäftsführer und Kadertrainer der BBP Bildung+Beratung in Dintikon.

Angestellte können einen Chefwechsel auch als Chance für sich selber nutzen: «Festgefahrene Situationen können neu diskutiert, aufgeschobene Projekte neu angegangen werden. Mit einem neuen Chef kommt auch neues Know-how von Aussen ins Team, und davon können die Mitarbeitenden lernen», so Kurt Strauman, Geschäftsführer von Dale Carnegie Training Schweiz in Rotkreuz. Ein Chefwechsel allerdings bietet nur eine Chance auf positive Veränderungen, wenn sich beide Parteien auf die neue Situation vorbereiten. «Mitarbeitende tun dies am besten, in dem sie gemeinsam aufschreiben, welche Erwartungen sie an ihren neuen Chef haben. Gute Vorgesetzte werden sich in den ersten Tagen mit ihren neuen Mitarbeitenden an einen Tisch setzen und dabei die gegenseitige Erwartungshaltung ergründen. Dabei helfen den Mitarbeitenden und auch dem neuen Vorgesetzten die vorher ausgearbeiteten Erwartungen», so Jürg Engriser weiter.

Vor allzu hohen Erwartungen allerdings muss gewarnt werden, denn auch der neue Chef kocht nur mit Wasser. Viele Mitarbeitende sind sehr streng mit neuen Chefs, und rasch werden Vorurteile und Ressentiments aufgebaut. Stattdessen aber sollten Mitarbeitende offen und neugierig sein auf das, was kommt und Veränderungen annehmen. Daraus ergibt sich auch die Chance, verkrustete Strukturen aufzubrechen und selbst Veränderungen anzustreben.

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Wenn die Chemie nicht stimmt

Oft führen einfache Missverständnisse, mangelnde Kommunikation oder falsche Erwartungen zu einer unstimmigen Chemie. Wichtig ist zuhören und sich für die Situation des neuen Chefs interessieren. Betroffene sollten notieren, was beim neuen Chef nicht stimmt. Daraus können Vorstellungen über eine künftige Zusammenarbeit abgeleitet werden. In einem Gespräch werden diese Vorstellungen eingebracht. Auch wenn dabei ein ungutes Gefühl besteht – solche Gespräche wirken oftmals Wunder.

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